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Danken will gelernt sein

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Dankbarkeit. Ein vertrautes Wort, das Alt und Jung versteht. Aber erleben wir im Alltag wirklich Dankbarkeit? Sagen wir nur aus Höflichkeit oder Gewohnheit danke schön oder kommt es von Herzen? Echte Dankbarkeit fehlt uns tatsächlich oft in der Praxis.

Wenn uns jemand ein Geschenk macht, ist es doch ganz natürlich, danke zu sagen. Doch echte Dankbarkeit ist viel mehr, als nur danke zu sagen, wenn jemand freundlich zu mir ist. Dankbarkeit ist, wenn ich mich über eine Tat oder ein Wort wirklich freue und das den anderen auch spüren lasse.
Als unsere Kinder noch klein waren und anfingen zu sprechen, brachten wir ihnen bei, danke zu sagen, wenn jemand ihnen etwas gab oder etwas für sie tat. Ihnen das beizubringen war leicht. Doch als sie älter wurden, wurde uns bewusst, dass ihr Dankeschön oft nur eine Worthülse war. Wir merkten, dass ihnen eine tiefere Wertschätzung für die Bedeutung dieses Wortes fehlte. Daher wollten wir ihnen ein Vorbild darin sein. Wir ermutigten also von nun an unsere Kinder und uns selbst dazu, auch zu sagen, wofür wir dankbar waren. »Danke für den neuen Ball, er gefällt mir wirklich gut.« Überall in der Bibel sehen wir, wie wichtig das ist. »Dankt dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewiglich!« (1. Chronik 16,34)

So lernen wir die kleinen Dinge mehr zu schätzen, die andere tun und die oft im Stress und der Ichbezogenheit des Alltags unbeachtet bleiben. Bei uns zu Hause hört man oft: »Danke, dass du das Bad geputzt hast. Alles blitzt und blinkt so schön.« »Danke für das leckere Mittagessen. Es war köstlich!«

Moment mal! Ist das nicht selbstverständlich? Das Bad muss doch sauber sein und das Essen gut! Sicher, aber warum sollten wir nicht zeigen, dass wir auch dafür dankbar sind, wenn jemand seine Aufgaben erfüllt? Sowohl dem, der danke schön sagt, als auch dem, bei dem man sich bedankt, bedeutet das sehr viel. Die Atmosphäre daheim wird angenehmer, und jeder achtet mehr auf das Gute und Schöne im anderen. Liebe und Achtung wachsen ganz natürlich in einer Umgebung der Dankbarkeit und Wertschätzung, so wie ein Same auf fruchtbarem Boden. Dankbarkeit kann auch stark motivieren, das Richtige zu tun. Am Ende hat jeder etwas davon.

Danke für alles!

Echte Dankbarkeit ist mehr als nur für ein Geschenk oder einen Dienst dankbar zu sein. Unser Herr fordert uns auf: »Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.« (1. Thessalonicher 5,18) Das erfordert mehr als das, was der Mensch leisten kann. Jesus möchte uns zeigen, dass wir Gott in jeder Situation für unser Leben mit ihm danken können.

Vor ein paar Monaten kaufte ich mit meinen Brüdern einen behindertengerechten Spezialstuhl für meine Mutter. Nachdem meine Mutter drei Monate auf die Lieferung gewartet hatte, war sie natürlich sehr gespannt, wie er funktionieren würde, musste aber entdecken, dass er beschädigt war. Sie rief das Geschäft an, und man sagte ihr, man würde einen neuen Stuhl bestellen. Den defekten Stuhl dürfe sie benutzen, bis der neue eintreffen würde. Nachdem sie eine Zeit lang in dem Stuhl gesessen hatte, fand meine Mutter ihn ziemlich unbequem. »Vielleicht bin ich einfach meinen alten Stuhl gewöhnt«, dachte sie sich. Am nächsten Tag war er nicht mehr nur unbequem, er war ihr sogar mit ihrer körperlichen Behinderung eher eine Last. Sie rief im Möbelhaus an und beschrieb das Problem, bat um Rücknahme des Stuhls und um Rückzahlung des Geldes. Man sagte ihr jedoch, der Stuhl könne nicht zurückgenommen werden, da sie ihn bereits benutzt habe. Als ich sie anrief, um zu erfahren, ob der neue Stuhl eingetroffen sei und wie er ihr gefalle, erzählte sie mir die ganze Geschichte. Ich versprach ihr, die Geschäftsführerin anzurufen. Vielleicht könnte ich ja etwas ausrichten, obwohl die Geschäftsführerin ihr selbst schon gesagt hatte, dass sie den Stuhl nicht zurücknehmen würde.

Bei meiner Vorbereitung auf den Anruf kam mir der Gedanke: »Sei dankbar, dass du die Möglichkeit hast, mich zu repräsentieren.« Ich wusste, dieser Gedanke kam von Gott. Auch in dieser Situation brauchte ich Dankbarkeit, damit ich der Geschäftsführerin als Repräsentantin des Höchsten begegnen konnte. Das löste viel bei mir aus, und ich wählte die Nummer. Es ging mir nicht mehr um die Rückgabe des Stuhls oder die Rückerstattung des Geldes, sondern um die wertvolle Gelegenheit, Gott auch hier repräsentieren zu dürfen. Ich hatte Frieden und wusste: Wie es auch ausgeht, ich darf dafür dankbar sein, als Repräsentantin Gottes handeln zu dürfen. Nach viel Gebet und einigen Minuten des Gesprächs mit der Geschäftsführerin sagte sie mir, sie würde den Stuhl zurücknehmen und das Geld bis auf die Versandkosten zurückerstatten. Jetzt kann ich Gott nicht nur für die Rückzahlung danken, sondern auch dafür, dass ich für diese Gelegenheit, Gott zu ehren, Dankbarkeit empfinden durfte.

Dankbarkeit, wenn ich versagt habe?

Immer mehr erkenne ich, wie viel Dankbarkeit mir noch fehlt, wenn die Umstände schwierig sind oder zu einer echten Prüfung werden. Ich erinnere mich da an einen Abend, als ich vor dem Bett kniete und erkannte, dass meine Antwort auf einen Brief, den wir bekommen hatten, kein Schreiben war, hinter dem meine Familie Gott erkennen konnte. Ich bat Gott um Vergebung für mein Versagen. Als ich wach im Bett lag, erinnerte ich mich daran, dass »jede Prüfung gewogen und bemessen wird« (Manuscript Releases 12, 81) und durch die liebevolle Hand unseres himmlischen Vaters geht, bevor sie auf uns zukommt. »Herr«, betete ich leise, »du hast mir diese Prüfung zugetraut und ich habe dich enttäuscht. Wie kannst du mir vertrauen, wenn ich dich so leicht enttäusche?« Dann kam mir der Gedanke: »Sei dankbar, dass ich dich liebe und dir zeigen will, wie es wirklich um dich bestellt ist. Nur so wirst du dich auf mich verlassen.« »Sei dankbar!« Ich war dankbar, nicht für mein Versagen, sondern für seine Gnade, durch die ich meine Schwäche erkannte, bekannte, bereute und in seiner Gnade wieder stark wurde. Sei dankbar, dass er am Wirken ist, in welchen Umständen oder Prüfungen wir uns auch befinden. Jeder von uns darf Gott ehren, mit ihm zusammenarbeiten und sich von ihm im Alltag seinen Charakter zeigen lassen. Dafür dürfen wir dankbar sein!

Bitten wir Gott, dass er weiter zu uns spricht, uns zu echter Dankbarkeit anregt! Entscheiden wir uns dafür, seine Gnade im Alltag auszuleben! Wenn wir dazu bereit sind, können wir wirklich eingehen »zu seinen Toren mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; dankt ihm, preist seinen Namen! Denn der Herr ist gut; seine Gnade währt ewiglich und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht.« (Psalm 100,4.5) Dankbarkeit: Wir wollen unsere Herzen und Heime von Gottes eindrucksvollem Charakter erleuchten lassen – heute, morgen und für immer!

Alane Waters

Aus "A Voice From The Wilderness", Juli-August 2003, einer Publikation von Restoration International Inc. 1550 Mountain Meadows Rd. KALISPELL, MT 59901, USA 001 (406) 756-8844, Fax: -8848

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www.restoration-international.org

 
 
 
 
 
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Mittwoch, den 16. Mai 2012 um 13:37 Uhr
 
Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei. - Johannes 8, 36
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