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Was Gott mir schenken will

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Dass ich Konflikte kreativ bewältige

Es war nie Gottes Plan, dass starke, unabhängige Menschen mit hoher Intelligenz an anderen hochranken sollen wie Efeu an der Eiche. Alle Schwierigkeiten und Rückschläge, alle Notlagen und Enttäuschungen, die Gottes Diener bei ihrer Arbeit erleben, dienen vielmehr dazu, dass sich der richtige Charakter in ihnen entwickelt. Indem sie ihre geistigen Kapazitäten einsetzen und Hindernisse selbst überwinden, werden diese ihnen zum Segen gereichen. Sie erstarken geistig und geistlich, so dass sie im entscheidenden Moment große Erfolge erzielen. Sie haben erfahren, dass Gott sie führt und leitet, und diese Erfahrung macht sie selbstsicherer. Wenn sie dann in Schwierigkeiten geraten und große Sorgen haben, gilt es viel zu überlegen, die Notwendigkeit des Gebets zu spüren, vernünftig vorzugehen und so zu arbeiten, dass Gottes Sache gefördert wird. Dann werden sie feststellen, dass Konflikte und Probleme dazu herausfordern, Gott zu glauben und zu vertrauen. Auch werden sie dadurch zu der Standfestigkeit ermutigt, die einen Menschen stark macht. Ständig besteht das Bedürfnis, bei der Problemlösung neue Mittel und Wege zu beschreiten. Fähigkeiten kommen zum Einsatz, die brach liegen würden, wenn nicht diese dringenden Nöte im Werk Gottes bestünden. Auf diese Weise gewinnt man vielseitige Erfahrungen. Einspurige Menschen oder solche mit unausgereiften Ideen sind für Gott keine Hilfe.

Menschen mit Einfluss und Überzeugungskraft, die Gott zu seiner Ehre in seinem Werk gebrauchen kann, sind solche, die Widerstände aushalten können, die schon oft vor Rätseln standen und deren Pläne nicht selten durchkreuzt wurden…

Dass ich eigenverantwortlich und individuell handele

Sei vorsichtig, dass du dich in deinem Urteil nicht durch die Meinungen anderer beeinflussen lässt. Du hast zwar Fehler gemacht, darfst diese Fehler aber in Siege verwandeln, indem du sie in Zukunft vermeidest. Doch wenn du dir von anderen vorschreiben lässt, was du tun sollst, wirst du nie die Erfahrung sammeln, die für jede wichtige Position nötig ist…

Dasselbe gilt für alle, die verschiedenste Vertrauenspositionen in den Büros in Battle Creek innehaben. Man sollte ihnen nicht bei jedem Problem helfen, ihnen gut zureden und sie verwöhnen, denn dadurch erwerben sie nicht die Kompetenz, die sie für wichtige Positionen brauchen. Der Mensch wird durch Hindernisse stark, nicht durch Hilfestellungen. Schwierigkeiten, Konflikte, Ablehnung machen aus Menschen moralische Helden. Zu viel Bequemlichkeit und zu wenig Verantwortung produzieren Schwächlinge und Zwerge…

Menschen, die in jeder Krise so treu sein müssten wie die Nadel zum Pol, leisten zu wenig, weil sie versuchen, sich vor Tadel zu schützen. Sie gehen der Verantwortung aus dem Weg, weil sie Angst haben zu versagen.

Individuelle Selbständigkeit und Stärke sind die heute geforderten Qualitäten. Der individuelle Charakter muss nicht aufgegeben, sondern angepasst, verfeinert und aufgewertet werden…

Hindernisse und Schwierigkeiten begegnen uns auf jedem Schritt. Ihnen müssen wir mit Entschlossenheit begegnen, sonst besiegen sie uns…

Dass ich gründlich und schnell bin

Manchmal ist es sogar besser, eine falsche Entscheidung zu treffen, als ständig hin- und herzuschwanken und zu zögern…

Mir wurde gezeigt, dass die außergewöhnlichsten Siege und die schrecklichsten Niederlagen oft in Minutenschnelle entschieden werden. Gott erwartet von uns schnelles Handeln … Schnelles Handeln im entscheidenden Moment entwaffnet oft den Feind. Er ist enttäuscht und wird bezwungen, weil er damit gerechnet hat, dass er Zeit zum Planen und zur Ausführung seiner listigen Pläne haben würde…

Die Fähigkeit, Geschäfte rasch und dennoch gründlich zu erledigen, ist eine großartige Errungenschaft… Zuerst sollte man tun, was getan werden muss und was für den Fortschritt des Werkes wesentlich ist, erst danach kommen die weniger wichtigen Dinge an die Reihe…

Dass ich Prioritäten setze

Irdische und persönliche Interessen sollten immer an zweiter Stelle stehen. Nie sollte die Sache Gottes wegen unserer irdischen Freunde und liebsten Verwandten auch nur in einem einzelnen Punkt leiden müssen…

Für Gottes Sache müssen Opfer gebracht werden. Das Opfer der Gefühle ist das schmerzlichste, das von uns erwartet wird… Gott erwartet selbstlosen und bereitwilligen Dienst. Wir können ihn erfüllen, ohne die Pflichten, die wir gegenüber unserer Familie haben, zu vernachlässigen…

Dass ich an einem ausgewogenen Charakter arbeite

Der Glaube, den wir bezeugen, wird von unseren natürlichen Veranlagungen und Temperamenten geprägt. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass wir unsere schwachen Charaktereigenschaften stärken, indem wir sie zum Einsatz bringen, und die starken, unvorteilhaften Eigenschaften schwächen, indem wir in die entgegengesetzte Richtung wirken und die entgegengesetzten Eigenschaften stärken…

Dass ich mein Selbstbild korrigiere

Bei der Arbeit für Gott kommen wir in die unterschiedlichsten Situationen. Sie verlangen Selbstbeherrschung von uns, befähigen uns aber auch dazu, uns den Umständen und den Besonderheiten der Situation anzupassen. Dann können wir unerschrocken handeln. Unterschätzen wir nicht unsere Fähigkeit, unsere Rolle in den verschiedenen Aufgaben des praktischen Lebens zu spielen. Wo wir uns unserer Mängel bewusst sind, sollten wir uns sofort daran machen, diese Fehler zu beheben und uns nicht darauf verlassen, dass andere das für uns tun, während wir gleichgültig weitermachen, als wäre es selbstverständlich, dass unsere Persönlichkeitsstruktur für immer so bleiben muss. Bemühen wir uns ernsthaft um Heilung dieser Fehler, damit wir in Jesus Christus vollkommen werden und uns nichts fehlt!

Wenn wir uns zu wichtig nehmen, werden wir unsere Arbeit einflussreicher einschätzen, als sie es in Wirklichkeit ist und wir werden in einem Maße auf unserer Unabhängigkeit pochen, dass es schon an Arroganz grenzt. Wenn wir jedoch ins andere Extrem verfallen und uns zu gering schätzen, werden wir uns minderwertig fühlen. Das kann unseren Einfluss, den wir zum Guten haben könnten, enorm beeinträchtigen. Wir wollen daher beide Extreme vermeiden und uns nicht von Gefühlen beherrschen lassen. Umstände sollten uns nicht aus der Bahn werfen. Wir können ein realistisches Selbstbild erlangen, das uns vor beiden Extremen bewahrt. Wir können Selbstachtung haben ohne arrogantes Selbstvertrauen, können aber auch auf die unterste Stufe hinabsteigen und uns unterordnen, ohne dabei unsere Selbstachtung oder unsere Selbstständigkeit zu verlieren. Auf diese Weise kann unser Leben einen großen Einfluss auf Menschen aus den oberen und unteren Gesellschaftsschichten haben.

Ellen G. White

Aus: Ellen White, Testimonies for the Church, Band 3, Mountain View, CA: Pacific Press Publishing Association (1875), Seiten 492-506.

Aus der Zeitschrift "Unser festes Fundament" (4. Ausgabe 2004)

Herausgeber:
hoffnung weltweit e.V.
Postfach 1339
79373 Müllheim / Baden
Deutschland

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