Sie sind hier: Artikel Die Übrigen und ihre Mission Vergesst nicht
 
 

Vergesst nicht

E-Mail Drucken PDF

Predigt von Ted Wilson, gehalten in Battle Creek am 13.04.2013

Vor kurzem kam der Exekutivausschuss der Generalkonferenz zu seiner Frühjahrssitzung in Battle Creek, Michigan, zusammen, um sich der Segnungen Gottes in den 150 Jahren seit Gründung der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten zu erinnern. Als Weltgemeinde dürfen wir nie vergessen, was Gott für uns als seine Gemeinde getan hat, so dass unser Weg, den wir vor uns haben, voller Hoffnung ist.

Was der Herr hinsichtlich unserer künftigen Treue zu ihm erwartet, beruht stets auf seiner Treue zu uns in der Vergangenheit. In 2. Mose 20,2, wo von der Gesetzgebung am Sinai die Rede ist, ermahnte Gott sein auserwähltes Volk persönlich, seiner Aussage zu gedenken: "Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe."

Später in der Geschichte des Volkes rief Josua Israel auf: "Haltet nun ganz fest daran", wie in Josua 23,6-8 geschrieben steht. In Josua 24,16.17 antworteten die Israeliten auf Josuas bewegenden Aufruf mit den Worten: "Das sei ferne von uns, dass wir den Herrn verlassen und andern Göttern dienen! Denn der Herr, unser Gott, hat uns und unsere Väter aus Ägyptenland geführt, aus der Knechtschaft, und hat vor unsern Augen diese großen Zeichen getan und uns behütet auf dem ganzen Wege, den wir gegangen sind, und unter allen Völkern, durch die wir gegangen sind."

Noch später in der Geschichte des Volkes wird in 1. Samuel 12,24 berichtet, was der Bote des Herrn sagt, der sein Volk aufruft: "Nur fürchtet den Herrn und dient ihm treu von ganzem Herzen; denn seht doch, wie große Dinge er an euch getan hat." Kurz darauf lesen wir jedoch, wie die nachfolgende Generation nicht mehr der Führung des Herrn gedachte und infolgedessen in Sünde fiel. In Richter 2,10-12 lesen wir: "Als auch alle, die zu der Zeit gelebt hatten, zu ihren Vätern versammelt waren, kam nach ihnen ein anderes Geschlecht auf, das den Herrn nicht kannte noch die Werke, die er an Israel getan hatten. Da taten die Israeliten, was dem Herrn missfiel und dienten den Baalen und verließen den Herrn, den Gott ihrer Väter."

In Jeremia 7,23-24 fasste der Herr durch seinen prophetischen Sprecher Israels anhaltendes Versäumnis, der Führung Gottes zu gedenken, und die nachfolgende, unvermeidliche Abtrünnigkeit mit den Worten zusammen: "Sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; wandelt ganz auf dem Wege, den ich euch gebiete, auf dass es euch wohl gehe. Aber sie wollten nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren, sondern wandelten nach ihrem eigenen Rat und nach ihrem verstockten und bösen Herzen und kehrten mir den Rücken zu."

Übertragen wir dies nun auf uns, weil das alte Volk Israel dem geistlichen Israel zur Warnung dienen soll. Der Apostel Paulus erklärt ausdrücklich, dass die Rebellion des Volkes Israel uns als dem geistlichen Israel zur Warnung berichtet wird, die wir kurz vor Jesu Wiederkunft leben. Nachdem er von den Fehlern Israels gesprochen hat, lesen wir in 1. Korinther 10,11: "Dies widerfuhr ihnen als ein Vorbild. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf die das Ende der Zeiten gekommen ist."

In derselben Gesinnung kommt des Herrn Weisung heute zu uns. Wir lesen folgende inspirierte Aussage in Life Sketches, Seite 196: "Wenn ich an die Zeit zurückdenke, in der wir Schritt für Schritt bis zu unserem heutigen Stand vorangingen, kann ich nur sagen: Gott sei's gedankt! Wenn ich sehe, was der Herr bewirkt hat, bin ich voller Staunen und Vertrauen zu Jesus als dem, der uns geführt hat. Wir haben nichts für die Zukunft zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie der Herr uns geführt und in der Vergangenheit unterwiesen hat."
Wir dürfen nie in der heiligen Pflicht nachlassen, daran zu erinnern, dass der Herr uns in der Vergangenheit geführt und Weisungen gegeben hat. Heute erwartet Gott genauso Treue von uns, weil unsere Treue auf dem Vertrauen beruht, dass er uns in der Vergangenheit geführt und Weisung gegeben hat.

Die Anwendung ist heute, da wir sehen, wie der Herr uns als Siebenten-Tags-Adventisten geführt hat, unsere Aufgabe. In Battle Creek feierten wir 150 Jahre, in denen Gott uns gesegnet und geführt hat. 150 Jahre Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten. Es war ein wunderbares Wochenende des besonderen Gedenkens mit ausgezeichneten Seminaren, die über unsere faszinierende Geschichte und Gottes unglaublichen Segen auf seiner Gemeinde berichteten. Was wir dort erfuhren, war inspirierend. Auch die Stätten aus vergangenen Zeiten, die man in Battle Creek besuchen konnte, waren inspirierend. Und all dies aus welchem Grund? Um zu gedenken und nicht zu vergessen, sind wir doch in der Mission vereint!

Wenn wir auch wirklich dankbar waren für die fleißige Arbeit, die für die Planung und die Aktivitäten der Feier geleistet wurden, so war es doch eigentlich ein sehr trauriges Jubiläum. Wir sollten doch endlich zu Hause angekommen sein! Der Herr wollte schon vor langer Zeit kommen. Warum sollen wir noch mehr Jubiläen feiern, wenn wir im Himmel sein könnten?! Warum sind wir noch nicht dort? Könnte es sein, dass wir ständig vergessen? Haben wir die heilige Aufgabe versäumt, die Führung und Weisung des Herrn in unserer Vergangenheit in unsere Köpfen frisch zu erhalten?

Warum müssen wir weiterhin auf dieser Erde warten? Warum müssen wir weitere Jubiläen feiern? Sind wir schuldig, Gott nicht gehorcht zu haben und statt vorwärts rückwärts gegangen zu sein? Gott hat die Bewegung der Siebenten-Tags-Adventisten zu einer einzigartigen Botschaft und Mission berufen. Wann werden wir sie ganz annehmen und der Führung Gottes in unserer Vergangenheit gedenken und ihn nicht vergessen? Wie lange werden wir noch wie das Volk Israel unsere Zusagen an den Herrn nicht einhalten und uns an unseren Rat statt an seinen halten?

Kürzlich besuchten wir viele unserer Gemeindeglieder in der Trans-Europa-Division anlässlich einer Reise, die uns in die Niederlande, Polen, Kroatien, Serbien und Ungarn führte. Danach reisten wir weiter zum Mittleren Osten und zum Nordafrika Verband, besuchten Ägypten, die Türkei und den Libanon. Wir stellten fest, dass so viele Gemeindeglieder sich demütigten, beteten, Gottes Angesicht suchten und sich von ihren eigenen Wegen abwandten, um Gottes Wege zu gehen. Betet für Gottes Kinder in aller Welt und besonders in Gebieten, die die kostbare Evangeliumsbotschaft ablehnen. In der schönen Stadt Zagreb in Kroatien brachte man uns zu einem faszinierenden Museum mit dem ungewöhnlichen Namen "Museum zerbrochener Beziehungen". Es war im Jahr 2011 zum innovativsten Museum in Europa gewählt worden. Dieses Museum berichtet von romantischen Beziehungen, die in die Brüche gingen, von zerrütteten Beziehungen und verletzten Menschen. Kleine Souvenirs sind dort ausgestellt, die an zerbrochene Herzen und nicht eingehaltene Versprechen erinnern.

Wie sieht wohl Gottes Museum für zerbrochene Beziehungen im Himmel aus, für nicht eingehaltene Bündnisse und Beziehungen zwischen ihm und seinem Volk von Anbeginn bis zum heutigen Tag?! Ich möchte nicht in diesem Museum zu finden sein. Leider gibt es sogar in der Gemeinde Stimmen, die mit dem starken Historisch-Biblischen Verständnis von Gottes heiligem Wort brechen wollen. Es gibt solche, die neu interpretieren wollen, was Gott eindeutig gesagt hat, um es mit ihrem eigenen, persönlichen Verständnis konform zu machen und so Gottes Bund mit seinem Volk zu übertreten. Leiter und Glieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten steht fest für Gottes Wort und das "So spricht der Herr!" ein. Lasst euch nicht darauf ein, zu "Gottes Museum zerbrochener Beziehungen" zu gehören. Ich will bei meiner persönlichen Beziehung zu Gott bleiben und ich will seine Gemeinde auffordern, an ihrem Bund, seine endzeitliche Gemeinde der Übrigen zu sein, festzuhalten, wie in Offenbarung 12,17 geschrieben steht: Die "Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu".

Gott ruft uns heute auf, an seine Führung und Weisung in unserer vergangenen Geschichte zu denken; nach allem, was wir darüber gehört und verstanden haben, wie Gott die Bewegung der Siebenten-Tags-Adventisten geführt hat, nämlich: Von ihren Anfängen in der Adventbewegung des frühen 19. Jahrhunderts zum Verständnis von Daniel 8,14 und zur Heiligtumsbotschaft einschließlich des Untersuchungsgerichts, zur Gründung der Michigan Vereinigung im Jahr 1861, zur Gründung der Generalkonferenz am 21. Mai 1863 in Battle Creek, zur enormen Expansion der Gemeinde Gottes in fast 210 Ländern der Erde mit Hunderten von Sprachen und mehr als 17 Millionen Gliedern...
Wie können wir da Gott und sein Wort und seinen Geist der Weissagung und seinen Plan vergessen?

In Battle Creek haben wir 150 Jahre gefeiert, weil wir nicht vergessen wollen, wer wir sind, woher wir kommen und was Gott mit uns noch vorhat - ein einzigartiges Volk mit einer einzigartigen Botschaft zu einem einzigartigen Zeitpunkt in der Geschichte. Jesus kommt bald! Alle Zeichen weisen auf den Höhepunkt der Geschichte auf Erden hin. Es ist Zeit, die drei Engelsbotschaften in der Kraft des Heiligen Geistes zu verkündigen. Es ist Zeit, die Ergebnisse aus der Verteilaktion des Buches Der große Kampf zu ernten. Es ist Zeit, in der Kraft des lauten Rufes mit unserem Projekt Mission in den Städten in die großen Städte zu gehen! Es ist Zeit, den umfangreichen Gesundheitsdienst voll anzuwenden, der im Sinne des rechten Arms der Botschaft wirken soll. Es ist Zeit, die Welt aufmerksam zu machen.

Wir blickten in Battle Creek auf 150 Jahre zurück, in denen Gott seine Gemeinde und die Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten geführt hat. Durch Gottes Gnade wird die Generalkonferenz weiterhin fest für Gottes Wahrheit einstehen und als die alles überblickende Organisation des weltweiten Werkes arbeiten. Sie wird in ihrer starken Führungs- und Betreuungsrolle über alle Siebenten-Tags-Adventisten weltweit nicht nachlassen, bis die absolut letzten Ereignisse der Geschichte eintreten, wenn schließlich eine religiöse Verfolgung verhindert, dass Organisationen funktionieren können. Selbst dann wird Gott uns nicht verlassen, sondern die Seinen ungeachtet des Geschehens führen. Das ist der Gott, dem wir dienen. Seine Zusage in Matthäus 28,20, uns nie zu verlassen, ist gewiss. In der Feier zum 150jährigen Bestehen blickten wir zurück; nun können wir vorausschauen auf Gottes letzte Proklamation der Hoffnung und der Warnung, die in Offenbarung 14 und 18 zu finden ist. Diese drei Engelsbotschaften und den vierten Engel, der nachfolgt, muss jeder von uns verkündigen, die wir nie unseren Bund mit ihm auf dem Weg, den wir vor uns haben, vergessen.

Vor 145 Jahren hatte Ellen White einen faszinierenden Traum, von dem in Testimonies for the Church, Band 2, S. 594-597 berichtet wird (EGW's Traum: Der Abgrund und die Seile). Interessanterweise hatte sie den Traum hier in Battle Creek im August 1868. Sie träumte davon, mit einer großen Gruppe von Personen zusammen zu sein, von denen ein Teil dabei war, zu einem Weg aufzubrechen. Sie hatten schwer beladene Wagen und die Straße, auf der sie unterwegs waren, führte bergan. Auf der einen Seite war ein tiefer Abgrund und auf der anderen eine hohe, glatte, weiße Mauer. Die Straße wurde enger und steiler und schließlich konnten sie die Wagen nicht weiter mitnehmen. Sie nahmen einige Gepäckstücke aus den Wagen, legten sie auf die Pferde und weiter ging es zu Pferde. Der Weg wurde immer schmaler und die Wanderer mussten sich eng an die Mauer drücken, um nicht in den steilen Abgrund zu fallen. Aber auch das Gepäck auf den Pferden wurde gegen die Mauer gedrückt und so mussten die Reisenden fürchten, herunterzufallen. Schließlich schnitten sie aus Verzweiflung die Seile durch und das Gepäck fiel den Abhang hinunter. Weiter ging es auf dem Pferderücken ohne ihr Gepäck, denn sie fürchteten, das Gleichgewicht zu verlieren, von der engen Straße herunterzufallen und unten zu Tode zu kommen. Ellen White sagt: "Bei dieser Gelegenheit schien eine Hand die Zügel zu nehmen und uns über den gefährlichen Weg zu führen."

Als der Weg noch enger wurde, sagten sie sich, sie könnten die Pferde nicht mehr gebrauchen und gingen zu Fuß einer nach dem anderen in den Fußspuren des Vorgängers. Da geschah etwas sehr Ungewöhnliches, kleine Seile wurden von der weißen Mauer heruntergelassen, die sie eifrig ergriffen, um ihr Gleichgewicht zu halten. Die Seile bewegten sich mit ihnen weiter. Der Weg wurde noch enger, so dass sie dachten, sie könnten sicherer ohne ihre Schuhe vorankommen, also zogen sie die Schuhe aus. Bald waren sie der Meinung, sie müssten ihre Socken ausziehen und so ging es barfuss weiter. Sie gedachten derer, die nicht an Strapazen gewöhnt waren und sahen sich nach ihnen um, aber sie waren nicht in der kleinen Gruppe von Gläubigen. An jeder schwierigen Stelle blieben einige zurück und nur solche, die sich daran gewöhnt hatte, Strapazen auszuhalten, waren übrig und drängten weiter voran. Die Schwierigkeiten hatten diese gläubigen Reisenden nur noch eifriger gemacht, das Ziel zu erreichen.

Die Gefahr, vom Weg abzukommen, wurde größer. Sie mussten sich dicht an die Mauer lehnen, konnten aber ihre Füße nicht ganz auf dem Weg aufsetzen, weil es dort zu eng war. Sie sagt: "Dann hängten wir fast unser ganzes Gewicht an die Seile und riefen aus: 'Wir haben Halt von oben! Wir haben Halt von oben!'" Alle, die in der Gruppe von Gläubigen auf dem engen Weg unterwegs waren, sagten dasselbe! Als sie weitergingen, konnten sie von unten aus dem tiefen Abgrund her Geräusche hören: Lustbarkeit, vulgäres Scherzen, lasterhaftes Singen, Kriegslieder, Tanzlieder, Instrumentalmusik, lautes Lachen, Fluchen, Angstschreie und bitteres Wehklagen. Sie waren besorgter denn je, auf dem engen Weg zu bleiben. Einen großen Teil der Zeit mussten sie ihr ganzes Gewicht an die heruntergelassenen Seile hängen, die an Größe zunahmen, je weiter sie vorankamen.

Sie sagte: "Ich bemerkte, dass die schöne weiße Mauer mit Blut befleckt war." Und sie dachte, dies könnte ein Zeichen der Ermutigung für andere sein, die folgen würden, weil sie wussten, dass alle, die vor ihnen gegangen waren, Schwierigkeiten durchmachten, aber durchhielten; das würde sie ermutigen, weiterzugehen.

Schließlich kamen sie zu einer tiefen Kluft; dort war der Weg zu Ende. Da war nichts, wo ihre Füße hintreten oder Halt finden konnten. Sie waren ganz auf die Seile angewiesen die an Größe zugenommen hatten, bis sie so lang wie ihr Körper waren. Sie wurden ängstlich, weil sie nicht wussten, woran die Seile befestigt waren. In dem Traum war James White vor Ellen White und sie konnte sehen, dass ihm große Tropfen vom Kopf fielen, die Venen an seinem Hals und den Schläfen waren doppelt so groß wie sonst. Stöhnen und Seufzen kamen von seinen Lippen. Schweiß tropfte von Ellen Whites Gesicht und sie spürte eine Qual wie nie zuvor, weil sie eine gefährliche Anstrengung vor sich hatten. Wenn sie hier versagten, wäre ihr Weg umsonst gewesen.

Auf der einen Seite der tiefen Kluft war ein schönes Feld mit grünem Gras und hellen, weichen Lichtstrahlen, die wie feines Gold aussahen, das auf dem Feld lag. Der Anblick war mit nichts zu vergleichen, was sie je auf dieser Erde gesehen hatte. Sie fragte sich, ob sie wohl die schöne Wiese erreichen konnten oder ob das Seil reißen würde und sie sterben würden. Den letzten Teil erklärt sie mit folgenden, bewegenden Worten: "Wieder flüsterte jemand mit sorgenvoller Stimme: 'Was hält das Seil?' Einen Augenblick lang zögerten wir und wollten es nicht wagen. Dann riefen wir aus: 'Unsere einzige Hoffnung ist die, ganz auf das Seil zu vertrauen, haben wir uns doch auf dem ganzen schwierigen Weg auf das Seil verlassen. Es wird uns jetzt nicht im Stich lassen.' Immer noch waren wir zögerlich und mutlos. Dann sagte jemand: 'Gott hält das Seil. Wir brauchen uns nicht zu fürchten.' Diese Worte wiederholten die nach uns Kommenden und fügten hinzu: 'Er wird uns jetzt nicht im Stich lassen. Er hat uns sicher bis hierher gebracht.' Dann schwang mein Mann sich über den Abgrund auf das jenseitige Feld. Ich folgte ihm gleich darauf. Und oh, wie fühlten wir uns erleichtert und Gott dankbar! Ich hörte Stimmen, die sich in Siegesliedern zu Gott erhoben. Ich war glücklich, vollkommen glücklich. Da erwachte ich und stellte fest, dass wegen meiner Angst, die ich auf dem schwierigen Weg durchgemacht hatte, alle Nerven in meinem Körper zitterten. Dieser Traum bedarf keines Kommentars. Er beeindruckte mich so tief, dass mir jede Einzelheit daraus lebhaft in Erinnerung bleiben wird."

Während wir auf unserem Weg vorankommen, müssen wir es in vollem Vertrauen zu Gott tun, der uns in der Vergangenheit geführt hat und der uns die "Seile" reicht, die uns Führung und Sicherheit geben. Wir müssen uns in jeder Hinsicht völlig auf Jesus Christus und seine Gerechtigkeit stützen, während wir in seiner Kraft zuversichtlich unterwegs sind. Es ist noch nicht lange her, dass unser ältester Enkel Matthew, zu der Zeit noch nicht ganz vier Jahre alt, mit seinen Eltern und seinen Schwestern im Wohnwagen unterwegs war. Das Wetter wurde immer schlechter und bald heulte draußen der Wind und es goss in Strömen. Es war ein schreckliches Unwetter, das für die Familie ziemlich bedrohlich wurde. Die Kinder suchten alle Halt bei ihren Eltern und fanden bei Vater und Mutter Geborgenheit, während sie gemeinsam um Sicherheit beteten. Schließlich, nachdem die Eltern die Kinder beruhigt und ihnen gesagt hatten, dass Gott sich um sie kümmern würde, schaute Matthew noch einmal nach draußen, wo prasselnder Regen, Blitze und Donnergetöse noch zugange waren. Im Gedenken an die biblischen Geschichten, die seine Eltern ihm vorgelesen hatten- (Eltern und Großeltern, lest euren Kindern und Enkelkindern die großartigen Geschichten aus der Bibel vor, lasst sie lebendig werden und betont immer wieder, dass wir uns auf Jesus verlassen können. Er kann das Herz der Jüngsten und der Ältesten mit seinen wunderbaren Verheißungen berühren und sie gewiss machen, dass er sich bis ans Ende um uns kümmert.) In Erinnerung an diese Geschichten sah Matthew durch das Fenster genau in das grässliche Unwetter hinein und sagte mit großer Überzeugung und Entschlossenheit: "Friede, sei still! Friede, sei still!" und so meinte er es auch!

So wie Matthew völlig auf Gottes Wort und seine Macht in unserem Leben vertraut hat, sollen wir auch auf ihn vertrauen. Gott will, dass wir uns über Folgendes klar sind: Wenn wir jetzt die 150 Jahre seiner Führung feiern haben wir nichts für die Zukunft zu befürchten. Wir müssen keine Angst haben, wenn wir sein Werk tun, solange wir ganz lebendig den Weg im Gedächtnis haben, den er uns geführt hat. Wir können machtvoll die Adventbotschaft verkündigen, weil wir Gottes Gemeinde der Übrigen sind, die eine überzeugende Geschichte seiner Führung in seiner Gemeinde hat und eine besondere Botschaft verkündigt: Die Botschaften der drei Engel aus Offenbarung 14.

Gott ruft uns heute auf, uns aus unserem Laodizea-Zustand erwecken und reformieren zu lassen. Die direkten Worte Gottes in Offenbarung 3,15-18 gelten uns heute. "Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest."

Vergessen wir nie, was Gott für uns getan hat und was er für uns noch auf dem vor uns liegenden Weg tun will. Bist du bereit, den Bund, den Gott mit jedem von uns und mit uns allen als seiner endzeitlichen Gemeinde der Übrigen geschlossen hat, erneut anzunehmen? Bist du bereit, dich in täglichem Bibelstudium, der Beschäftigung mit dem Geist der Weissagung und ernstem Gebet dem Herrn völlig zu weihen, so dass du nicht vergisst, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat und wie er uns in der Zukunft führen will? Bist du bereit, an dem Programm 777 teilzunehmen - am Gebet um den Spätregen des Heiligen Geistes um 7 Uhr morgens oder 7 Uhr abends und das jede Woche an allen sieben Tagen? Bist du bereit, dich durch sein Wort erwecken zu lassen und wenigstens ein Kapitel pro Tag aus Gottes heiligem Wort zu lesen? Bist du bereit, das gnädige Geschenk Gottes der Gnade und Liebe anzunehmen und den Heiligen Geist an dir wirken zu lassen, so dass du Christi Gerechtigkeit durch Rechtfertigung und Heiligung annimmst und dadurch Jesus jeden Tag immer ähnlicher wirst, während wir zum Himmel unterwegs sind?

Diese Adventbotschaft wird nicht an eine andere Gruppe oder Gemeinde weitergereicht werden. Es wird keine weitere Gemeinde der Übrigen geben. Du und ich sind Teil der letzten Gemeinde, die Gott bereitet hat. 150 Jahre Generalkonferenz ist ein Aufruf, auf dem bedeutenden, engen Weg weiterzugehen und zuzulassen, dass Gott Erweckung und Reformation in unserem Leben und in der Gemeinde Wirklichkeit werden lässt, unsere selbstsüchtigen Wege zu verändern und unsere Träume und Hoffnungen auf das heilige Wort Gottes und das lebendige Wort, Jesus Christus, zu gründen.

Vergesst nicht Gottes Führung in eurem Leben und im Leben seiner Gemeinde.
Vergesst nicht, euch auf Gottes Wort zu konzentrieren. Vergesst nicht, auf die Weisungen des Geistes der Weissagung zu achten. Vergesst nicht, euch vom Heiligen Geist führen zu lassen. Vergesst nicht das ernste, persönliche Gebet. Vergesst nicht, anderen die Adventbotschaft in Mission to the Cities und jeder anderen Missionsarbeit mitzuteilen. Vergesst nicht, Jesu Gerechtigkeit zu verkünden. Vergesst nicht die Heiligtumsbotschaft Jesu und seinen Priesterdienst für uns im Allerheiligsten des realen Heiligtums im Himmel. Vergesst nicht, wie Gott euch in seine mächtige Adventbewegung berufen hat. Vergesst nicht die wunderbaren 28 Glaubensüberzeugungen dieser Gemeinde. Jede einzelne hat Jesus zum Mittelpunkt. Vergesst nicht, euch täglich dem Herrn zu weihen, um aus eurem Laodizea-Schlaf aufzuwachen und durch seine Macht erneuert zu werden. Vergesst nicht, den Herrn um den Spätregen des Heiligen Geistes zu bitten. Vergesst nicht, nach Jesu Wiederkunft Ausschau zu halten und dieses unglaubliche Ereignis, das Ziel unseres Weges, zu verkünden!

Gott ruft uns heute auf, nie zu vergessen oder furchtsam zu sein. Gott wird uns hindurch tragen, wenn wir uns völlig auf ihn verlassen und zulassen, dass der Heilige Geist die volle Kontrolle über all unser Denken und Handeln übernimmt. Er will uns als sein Eigentum beanspruchen. Er will bald wiederkommen, um uns zu sich zu holen. Wir wollen keine Jubiläen mehr feiern. Vergiss nie, wie er uns in der Vergangenheit geführt hat, denn er wird uns durch sehr schwere und schwierige Zeiten führen, die uns bald bevorstehen. Glaubt an Gott!

Als das geistliche Israel stehen wir vor der durchdringenden Frage, die Josua an das Volk Israel richtete: "Wer ist auf der Seite des Herrn?"
Seid ihr bereit, mit Josua zu sagen: "Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen" und es dann nie vergessen?

Seid ihr bereit, von diesem Ort mit neuem Eifer für Gottes einzigartige Botschaft wegzugehen, die uns in die Hände gelegt ist, und zu sagen: "Herr, hilf uns, immer an deine Führung in unserem Leben und in deiner Gemeinde zu denken, wenn wir andere einladen, sich uns anzuschließen und mit uns auf dein Heil und auf dich zu warten, der du bald in den Wolken des Himmels erscheinen wirst." Wenn ihr dazu bereit seid, wollt ihr dann aufstehen?