Mark Finley, Mitarbeiter und Berater von Ted Wilson (Präsident der Generalkonferenz der STA) für Evangelisation. Ansprache zur Predigertagung des SDV – Marienhöhe 4. Juli 2011
Ende der 1960er Jahre kam es im etablierten Protestantismus der westlichen Welt zu Veränderungen. Nach den beiden Weltkriegen wurden verstärkt Fragen gestellt über Gott, den Glauben und die Glaubwürdigkeit der Bibel. Fünfundzwanzig Jahre nach dem 2. Weltkrieg florierte die christliche Botschaft in den USA und in Europa. Aber die Soziologen, die sich mit Kirchen und Religion beschäftigten, bemerkten einen Trend. Der Gottesdienstbesuch, besonders in den protestantischen Kirchen, war rückläufig. Der etablierte Protestantismus erlebte einen Verlust an Mitgliedern. Der 2. Weltkrieg hatte großen Einfluss auf den Glauben und das religiöse Verständnis. Die florierende Wirtschaft führte zu dem Gedanken, Gottes Reich sei schon auf Erden zu erreichen. Die kritischen Stimmen beeinflussten das Verständnis der Bibel. Aber es gab in dieser Zeit ein interessantes Phänomen. Kleinere konservative Kirchen nahmen zu, aber die liberalen protestantischen Kirchen fingen an zu sterben. Der nationale Kirchenrat machte sich über diese Entwicklung Sorgen. Er beschloss, ein großes Gemeindeforschungsprojekt zu finanzieren. Er beauftragte Dean Maurice Kelley, einen anerkannten Forscher, der Frage nachzugehen: Warum wachsen konservative Kirchen und warum tendieren liberale Kirchen dazu, Gemeindeglieder zu verlieren und zu sterben?
Der nationale Kirchenrat definierte Liberalismus so: Die liberalen Kirchen haben die Autorität der Schrift in Frage gestellt. Sie glauben nicht mehr an die Jungfrauengeburt, sie spielen die Wunder Jesu herunter, sie haben Probleme, die Auferstehung zu verstehen und anzunehmen, und sie glauben nicht mehr an die baldige Wiederkunft Jesu; sie hielten das für intellektuellen Unsinn.
Dean M. Kelley veröffentlichte 1972 ein Buch mit dem Titel: „Why Conservative Churches are Growing" („Warum konservative Kirchen wachsen"). Er sagt: „Konservative Glaubensgemeinschaften, die an einer scheinbar altmodischen Theologie festhalten und von ihren Gemeindegliedern viel erwarten, haben ein Gemeindewachstum, das dem Bevölkerungswachstum des Landes entspricht oder sogar darüber hinausgeht." Vor rund 40 Jahren machte Kelley folgende wichtige Aussage: „Liberale Denominationen denken, wenn sie erfolgreich sein möchten, müssen sie vernünftig sein, rational, höflich, verantwortungsbewusst, zurückhaltend und offen für Kritik von außen und ein gutes öffentliches Image bewahren. Vor allem darf man nicht dogmatisch sein, keine richtende Moral haben und nicht von kultischer Reinheit besessen sein. Nichts darf sie davon abhalten, mit anderen Kirchen zusammenzuarbeiten." In dieser Studie, finanziert durch den nationalen Kirchenrat, sind diese Erwartungen das Rezept für ein Versagen. Wer eine Gemeinde zum Wachsen bringen möchte, braucht klare, eindeutig definierte Lehrüberzeugungen. Er muss von den Gemeindegliedern etwas erwarten. Denn Jesus stellte auch hohe Anforderungen. Mit anderen Worten, wenn eure Predigt nicht eine klare und überzeugende Botschaft bringt, warum sollte euch irgendjemand folgen?
In den 1980er Jahren unterrichtete ich an der Andrews Universität sechs Jahre lang im Bereich Gemeindewachstum. Dean Kelley wurde eingeladen, nach Andrews zu kommen, um eine Vorlesung zu halten. Er kam 1982, 10 Jahre nach Veröffentlichung seines Buches. Kelley hielt eine Vorlesung im theologischen Seminar und der Titel war: Wie können STA mit dem Wachstum aufhören? Dieser Titel interessierte mich. Kelley sagte, auf den Punkt gebracht, Folgendes: Wenn die Adventisten-Gemeinde aufhören will zu wachsen, dann gebt eure besonderen Glaubenspunkte auf. Je mehr ihr so werden wollt wie die anderen, desto weniger wird man auf eure Stimme achten.
Viele haben die neuesten Forschungsergebnisse über die westliche Welt von George Barner gelesen. Barner hat für Disney gearbeitet, für Ford, für die US Army, und US Navy. Er ist ein weltbekannter Forscher. Er veröffentlichte kürzlich eine Studie über die wichtigsten Entwicklungen der etablierten Christenheit. Er befragte Tausende Prediger und Laienglieder und stellte fest: 80% aller Protestanten glauben nicht, dass sie Gott begegnet sind, wenn sie am Sonntagmorgen in der Kirche waren. In seinem Buch The Revolutionaries sagt er Folgendes: Zum ersten Mal in der protestantischen Geschichte verlassen die Leute die Kirche nicht, weil sie weniger geistlich sind, sondern weil sie geistlich sind. Zu Tausenden verlassen sie die Kirche, weil sie spüren, dass sie in ihren etablierten Kirchen nicht mehr geistlich sein können. Darum versammeln sich Millionen in Hauskreisen, um eine neue Realität im Worte Gottes zu finden. Barner sagt: „Geistliche Anarchie verrottet in diesen etablierten Kirchen von innen nach außen durch eine unbiblische Theologie!". Das hat mich als adventistischen Prediger herausgefordert.
Thomas Rayner schaute sich 2001 die ehemals kirchenfernen Leute an. Er sagt: „Lasst uns die ehemals kirchenfernen Leute, säkulare Menschen, die aber in die Kirche zurückkommen, anschauen und sie fragen: Ihr wart doch postmoderne Menschen, ihr wart kirchenfern, warum seid ihr zurückgekommen?" Das Ergebnis seiner Umfrage schockierte mich. Rayner fand heraus: 90% der Leute, die in eine christliche Gemeinde zurückkehrten, kamen, weil sie glaubten, dass der Prediger biblisch orientiert war und ihr Leben dadurch verändert wurde. 88% der postmodernen Leute sagten, dass der Grund für ihre Rückkehr in der biblischen Lehre bestand. 49% sagten, es war die Freundlichkeit der Glieder und 11% sagten, der Grund war die Musik. Das hat mich fasziniert. Rayner sagt zusammenfassend: Die ehemals kirchenfernen, postmodernen Menschen suchen nach einer warmen, freundlichen Kirche mit solider biblischer Verkündigung, die etwas mit ihrem Leben zu tun hat, mit klarer Lehre, die dazu herausfordert, ein gottesfürchtiges Leben zu führen.
Was haben wir als STA in einer postmodernen Kultur, einer Kultur, in der die Religion stirbt, aber Spiritualität zunimmt, zu sagen? Was haben STA einer Generation zu sagen, die Institutionen in Frage stellt, für die jede Organisation schon suspekt ist? Haben STA dieser Gesellschaft irgendetwas zu sagen? Ist das Wesentliche der adventistischen Identität des 19. Jahrhunderts altmodisch geworden in unserer Zeit? Was ist die adventistische DNA? Die DNA ist die genetische Konstruktion, die gebraucht wird, um Moleküle anzuordnen. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Speicherung von Information. Die DNA ist ein genetischer Fingerabdruck. Sie definiert die Identität. Wir haben alle von Verbrechern gehört, die durch ihre DNA aufgespürt wurden. Aber was ist die besondere DNA der Adventgemeinde? Was unterscheidet sie von anderen? Warum sollte sich der postmoderne Atheist für den Adventismus interessieren? Welche vernünftigen Antworten geben STA auf die Fragen des postmodernen Menschen?
Die Forschung zeigt, dass der postmoderne Mensch fünf Fragen stellt:
- Er fragt nach dem Sinn des Daseins. Warum lebe ich? Gibt es etwas Großes, für das es sich zu leben lohnt? Hat mein Leben einen größeren Sinn als mich selbst?
- Bin ich nur ein kosmisches Staubkorn? Bin ich nur ein mit Haut überzogener Knochen? Ein genetischer Zufall? Was ist der Ursprung des Lebens?
- Die Frage der Gerechtigkeit. Warum ist das Leben so unfair? Wo kann ich in der Gesellschaft Gerechtigkeit finden?
- Gibt es eine Hoffnung für die Zukunft meiner Kinder?
- Da der Materialismus keine innere Zufriedenheit gebracht hat, woher sollen Glück und Sinn kommen?
Ich behaupte, dass die adventistische DNA die dreifache Engelsbotschaft ist. Ich möchte eine Neuformulierung der dreifachen Engelsbotschaft darlegen und sie in den Kontext des postmodernen Menschen einfügen und folgende intellektuelle Frage stellen: Wie können STA im Kontext der dreifachen Engelsbotschaft die Herzen postmoderner Menschen erreichen? Als Evangelist spreche auf der ganzen Welt vor Tausenden über das postmoderne Denken. Ich bin überzeugt davon, Gott hat adventistische Prediger dazu berufen, in dieser Stunde der Weltgeschichte die dreifache Engelsbotschaft – die Botschaft der STA - zu verkündigen. Diese Botschaft ist kein altes Relikt eines engstirnigen Denkens aus dem 19. Jahrhundert. Aber im Kontext unserer Zeit verstanden, gibt die dreifache Engelsbotschaft gute Antworten für postmoderne Menschen in dieser Generation. Lasst uns diese Botschaft aufs Neue anschauen.
Was hat die Adventbotschaft einer Gesellschaft zu sagen, die eine geistliche Sehnsucht im Herzen hat? Viele Neurologen sagen, es gibt ein geistliches Zentrum, das im Gehirn eingebaut ist. Meine Tochter ist Neurologin. Sie studiert das menschliche Gehirn. Die neuesten Forschungen zeigen, dass in jedem Menschen eine Sehnsucht nach Geistlichkeit, nach Spiritualität eingebaut ist. Die dreifache Engelsbotschaft ist die Antwort auf diese Sehnsucht.
Lest Offb. 14,14-16. Diese Worte beschreiben die Wiederkunft Jesu und sagen, die Ernte der Erde ist reif geworden. Die Verse 6-12 beinhalten die Botschaft, welche die Nachfolger Jesu auf seine Wiederkunft vorbereitet. Hat der Heilige Geist, der die Bibel inspiriert hat, den Zustand postmoderner Menschen verstanden? Hat der Gott, der die Offenbarung inspiriert hat, den Kontext verstanden, in dem die Offenbarung verkündigt werden wird? Ist der allwissende Gott sich der soziologischen Zustände in der Gesellschaft nicht bewusst? Hat der allwissende Gott seinem Volk eine Botschaft gegeben, die irrelevant sein sollte, die man neu aufstellen müsste, oder hat Gott den Zustand der Gesellschaft kurz vor Jesu Wiederkunft gekannt und eine Botschaft vorbereitet, die Menschen in ihrem Inneren anspricht, die die Herzen von Männern und Frauen anspricht, bevor er wiederkommt?
Lasst uns diese Botschaft anschauen - diese Einzigartigkeit der Botschaft, wie sie sich gezielt auf die psychologischen und soziologischen Zustände bezieht.
Offb 14 Vers 6...Hier haben wir eine dringliche Botschaft. Der Engel segelt nicht dahin, er fliegt. Er hat ein ewiges Evangelium zu verkünden denen, die auf Erden wohnen allen Nationen, Sprachen und Völkern. Es ist eine gute Botschaft für jede Generation. Es ist eine ewige Botschaft. Das ist eine unglaublich gute Nachricht. Jesus kann immer noch von Schuld befreien. Jesus kann immer noch die Schande der Sünde wegnehmen in einer Gesellschaft, die ihre eigenen moralischen Standards zerbrochen hat. Es gibt ein Evangelium, eine gute Nachricht. Jesus hing am Kreuz von Golgatha. Er war ohne Sünde. Er wurde zur Sünde für uns. In einer Gesellschaft, die nach Liebe sucht, hängt Jesus am Kreuz von Golgatha. Und die Bibel sagt in 2. Kor. 5,21 „Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden." Christus nimmt all die Verdammnis auf sich, die ganze Schande und Schuld. Er nahm unsere Strafe auf sich.
Das Evangelium ist immer noch eine gute Nachricht für junge Leute, die Kompromisse gemacht haben mit ihrem Gewissen und Schuldgefühle haben. Es ist immer noch die Kraft zur Erlösung für einen Mann, der seine Frau schlägt und neue Kraft findet, sie zu lieben, für einen jungen Menschen, der von seinem Vater missbraucht wurde, einen himmlischen Vater zu finden, der ihn wirklich liebt, für einen jungen Menschen, der sich über die Schienen legt und möchte, dass ein Zug über ihn fährt, und für junge Menschen, die Drogen nehmen. Die Gemeinde ist nicht aufgerufen, Psychologie zu predigen und über soziale Fragen zu reden. Die Gemeinde ist aufgerufen, das Evangelium Jesu von der Vergebung zu verkündigen, das Menschen verändert. Ihr und ich, wir sind aufgerufen, in dieser einzigartigen Stunde der Weltgeschichte die gute Nachricht von Jesus Christus einer Gesellschaft weiterzugeben, die sie so dringend braucht.
Die Botschaft in Offb 14,6 soll an jedes Volk gehen. Sie soll über Sprachgrenzen hinweg alle Barrieren durchbrechen. Besonders junge Menschen suchen nach etwas Großem, Großartigem. Sie suchen etwas, wofür sie ihr Leben einsetzen können. Sie wollen nicht für etwas Geringes leben. Die Botschaft des Evangeliums, die bis zu den Enden der Welt verkündigt wird, ist etwas Großartiges, das uns herausfordert, das Beste zu geben, alles zu geben. Das spricht junge Menschen an. Es geht nicht um irgendeine kleine religiöse Gemeinschaft. STA sind eine dynamische Bewegung von Gott, die mit dem Evangelium bis ans Ende der Welt geht. Was könnte größer sein, als unsere Gehirnzellen anzustrengen und zu überlegen, wie wir das 10/40 Fenster erreichen können, oder die Universitäten Europas? Die besten Denker werden in dieser Gemeinde gebraucht. Die dreifache Engelsbotschaft ruft jeden Geschäftsmann, jeden Wissenschaftler, jeden adventistischen Intellektuellen auf, das ewige Evangelium in einer postmodernen Welt darzustellen, um Menschen für Jesus zu erreichen. Die Adventbotschaft – die Botschaft der 3 Engel – ruft das Beste in uns hervor, um Männer und Frauen für Jesus zu gewinnen.
Offb 14,7 sagt: Der Engel sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott, gebt ihm die Ehre, denn die Stunde des Gerichts ist gekommen! Worum geht es da? Was ist die Interpretation, die beim postmodernen Menschen auf ein Echo stößt? Paulus schreibt in 1. Kor 10,31: „Ob ihr nun eßt oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!" Hier haben wir eine Endzeitbotschaft, die Menschen zu einem umfassenden Lebensstil aufruft. Die Bibel sieht das Leben nicht im griechischen Dualismus. In der Bibel gibt es keine Trennung zwischen Körper, Seele und Geist. Es gibt eine umfassende Ganzheit. Siehe 1. Thess 5,23!
Diese Botschaft, die Männer und Frauen aufruft, Gott die Ehre in jedem Aspekt ihres Lebens zu geben, ist die Essenz der adventistischen DNA. Als STA verstehen wir die Zusammenhänge zwischen Körper, Seele und Geist. Wir glauben, bevor Jesus wiederkommt, wird die Botschaft, die körperliche, mentale und geistliche Gesundheit fördert, Männer und Frauen auf die Wiederkunft Jesu vorbereiten. STA haben von allen anderen Christen am meisten darüber zu sagen. Wir führen Menschen schon hier zu einem glücklichen, gesunden Lebensstil. Wir zeigen ihnen die Beziehung zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit.
An der Duke Universität in den USA machte Dr. Harold Koning Studien über den Zusammenhang von physischer und geistlicher Gesundheit. Er sagt, dass der Glaube die körperliche Gesundheit beeinflusst. Eine aktuelle Studie über den Zeitraum von 6 Jahren an älteren Erwachsenen, bei denen der Blutdruck untersucht wurde, bestätigt, dass Menschen, die eine Kirche besuchen, für die der Glaube wichtig ist, einen um 40% geringeren Blutdruck haben. 70% derer, die eine persönliche Beziehung zu Jesus pflegen, haben weniger Depressionen. Regelmäßige Gottesdienstbesucher haben ein stärkeres Immunsystem und weniger Krankheiten. Menschen ohne Glauben hatten eine um das Zweifache schlechtere Gesundheit als Menschen mit Glauben. Die STA haben im Kontext der dreifachen Engelsbotschaft eine Botschaft für eine Gesellschaft, die frühzeitig an Krebs oder Herzkrankheiten stirbt. Wenn wir davon sprechen, Gott die Ehre zu geben, dann sprechen wir über die Ganzheit von körperlicher und seelischer Gesundheit. Gottes Endzeitbotschaft ist relevant für diese Generation.
Offb 14,7 betont: „Die Stunde seines Gerichts ist gekommen." Die besondere, einzigartige Botschaft der STA, die von Gott gegeben wurde, spricht die Psyche eines postmodernen Menschen an. Inwiefern spricht die Gerichtsbotschaft den postmodernen Menschen an? Das postmoderne Denken möchte Fairness, Integrität, Transparenz und Ehrlichkeit. STA sagen: Es gibt einen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Christus und Satan. Satan hat den Charakter Gottes entstellt. Er sagt, Gott ist unfair, ungerecht und willkürlich. Aber im Gericht wird Gott offenbart werden als aufrichtig, mit Integrität. Gott offenbart sich im Gericht als der, der mit jedem Menschen fair umgeht. Siehe Daniel 7. Das Gericht spricht von einem Gott der Integrität, von einem Gott, der jeden Menschen rettet, wenn er irgendwie kann. Das Gericht offenbart, dass es nicht Gottes Schuld ist, wenn Männer und Frauen am Ende verloren gehen. Das Gericht offenbart alle Lügen Satans. Siehe Dan 7,21.22.26. Das Gericht ergeht zugunsten der Heiligen des Höchsten.
Postmoderne Menschen fragen: Warum ist das Leben so unfair? Warum leiden so viele Menschen? Wenn es Gott gibt, warum gibt es keine Gerechtigkeit auf Erden? Das Gericht sagt: Am Ende wird Gott alles richtig stellen. Jede Ungerechtigkeit wird ins rechte Licht gerückt werden. Adventisten mit ihrem einzigartigen Verständnis vom Gericht sind in der Lage, Menschen das Wesen Gottes darzustellen. STA verstehen, dass in der letzten Analyse Jesus siegen und Satan verlieren wird. Gottes Reich wird siegen. Es gibt Hoffnung. Darum sind Adventisten die hoffnungsvollsten Menschen der Welt. STA haben eine so positive Einstellung, weil sie das Ende der Geschichte kennen. Siehe Dan 7,27. Sie können ihren postmodernen Freunden und Nachbarn freundlich und liebevoll sagen, dass die Welt der Ungerechtigkeit und Grausamkeit, nicht die einzige Welt ist, sondern ein Kampf zwischen Gut und Böse stattfindet, dass ein gerechter, liebevoller Gott siegen und sein ewiges Reich aufrichten wird.
Offb 14,7 spricht auch die wichtige Frage nach dem Ursprung aller Dinge an. Wer hat Himmel und Erde geschaffen? Warum beten wir Gott überhaupt an? Offb 4,11 sagt: „Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!" Die Evolution ist in den 1840er Jahren entstanden, parallel zur Entstehung der Adventbewegung. Aber die Evolution beantwortet nicht die drei großen Fragen: Woher komme ich, wozu lebe ich, wohin gehe ich? Evolution lässt die Seele ohne Hoffnung. Stellt euch vor, ich wäre Evolutionist. Die Frau meines Freundes stirbt an Krebs. Ich gehe sie besuchen. Sie hat nur noch eine Stunde zu leben. Ich glaube, dass ich nur aus Zufall auf Erden lebe. Was sage ich ihr? Welche Hoffnung kann ich ihr geben? Als Kreationist kann ich meinen Arm um sie legen und sagen, es ist schwer. Ich habe keine leichten Antworten für dich. Ich verstehe das alles nicht. Aber ich weiß, Gott lebt und Jesus ist bei dir. Er hat am Kreuz für dich gelitten. Er ging durch physische Schmerzen. Eines Tages wird alles gut werden. Eines Tages wird dieser Schöpfer wiederkommen. Wir haben eine Hoffnung für die Gesellschaft, die verzweifelt nach Hoffnung sucht.
Weil STA die Schöpfung verstehen, halten sie den Sabbat als ein Zeichen der Schöpfermacht Gottes. Was sagt der Sabbat aus? Der Sabbat sagt jedem Menschen: Du bist wertvoll! Denkt en einen jungen Menschen, der sich das Leben nehmen will, weil er keine Hoffnung hat, oder an eine junge Frau, die Essstörungen hat. Sie hält sich nicht für schön, wenn sie in den Spiegel schaut und steckt den Finger in den Mund, um sich zu übergeben. Du sagst ihr: Du bist von einem liebenden Gott geschaffen. Was sagt die Schöpfung dieser jungen Frau? Du bist etwas Besonderes. Wenn wir den Sabbat feiern, denken wir an den Wert, den wir in Gottes Augen haben. Die Schöpfung spricht von Selbstwert. Die Offenbarung spricht vom Schöpfer und gibt uns Selbstwert in einer Zeit, in der Medikamente gegen Depression sich gut verkaufen lassen. Die Leute schlucken Antidepressiva wie Süßigkeiten. Doch das Evangelium erhebt den Geist von Männern und Frauen. Für einen jungen depressiven Menschen ist es wichtig, zu verstehen, dass er von Gott geschaffen ist. Die Schöpfung sagt mir, wer ich bin, dass der allmächtige Gott mein Leben neu machen kann, dass der Gott, der den Garten Eden schuf, einen neuen Garten schaffen kann. Der Sabbat wird für einen postmodernen Menschen zu einer Oase in der Wüste. Der Sabbat verbindet uns mit dem Paradies der Zukunft.
Die Botschaft der drei Engel ist für diese Gesellschaft bestimmt. Je mehr ich diese Botschaft betrachte, desto mehr bin ich beeindruckt, dass Gott nicht auf dem linken Fuß erwischt wurde. Er hat die psychologischen und soziologischen Zustände der postmodernen Gesellschaft vorausgesehen. 1991 wurde ich eingeladen, vor 1000 Wissenschaftlern in der Sowjetunion zu sprechen in einer Stadt namens Puschina. Die Stadt war dem Westen gegenüber verschlossen. Eine Stadt mit Biologiewissenschaftlern, die biologische Waffen entwickelt haben. Nicht einmal russische Staatsbürger konnten diese Stadt besuchen. Ich war einer der ersten Leute aus dem Westen, die hineingelangten. Tausend Wissenschaftler waren in einem großen Saal der Stadt versammelt. Ich sollte drei Vorträge halten. 1. Gibt es intellektuelle Beweise, dass der moderne Mensch der Bibel vertrauen kann? 2. Gibt es Beweise dafür, dass Jesus mehr als ein guter Mensch, also göttlich ist? 3. Gibt es für die Welt Hoffnung? Wird das Böse gewinnen oder die Gerechtigkeit? Ich habe die Vorträge gehalten und dann kamen Fragen. Ich machte mir wirklich Sorgen über die Fragen. Hier waren einige der klügsten Köpfe beisammen. Ich wusste, sie könnten Fragen über die Geologie und gewisse Zeitmessungsmethoden stellen, von denen ich keine Ahnung hatte. An drei Abenden wurde mir keine Frage gestellt über die Geologie oder die C-14 Methode. Sie stellten praktische Fragen: Wie kann man beten? Wie kann ich Jesus persönlich kennen? Warum gibt es so viel Leid in der Welt? Warum ist mein bester Freund an Krebs gestorben?
Am dritten Abend sagte ich zu ihnen: Ihr habt mich wirklich überrascht. Warum habt ihr mir nicht Fragen über die Geologie oder die C-14 Methode gestellt? Warum habt ihr mit mir nicht über die Existenz Gottes argumentiert? Ein russischer Wissenschaftler stand auf und sagte: „Wir haben 40 Jahre Atheismus erlebt. Russland hat die höchste Selbstmordrate. Im Durchschnitt hat jede Frau über 45 Jahre 7 Abtreibungen hinter sich. Alkoholismus ist unter russischen Männern am stärksten vertreten. Wir haben 40 Jahre lang Erfahrung mit dem Atheismus. Wir wissen, der funktioniert nicht. Wir suchen nach Antworten auf die tiefsten Fragen unserer Seele."
Ich frage mich, wie viele in Deutschland diese Leere spüren. Sie gehen auf den Straßen, auf der Autobahn überholen sie dich sehr schnell, sie haben ein kleines Haus in den Bergen. Sie sind gut angezogen, sie tragen ihre Aktenkoffer mit ihrem Computer und ihrem Handy, aber ihre Ehe zerbricht gerade. Ihre Kinder trinken und da ist eine Angst in ihrem Herzen. Ich frage mich, wie viele postmoderne Menschen vom Heiligen Geist getrieben werden, nach tieferen Antworten zu suchen. Wir können sie jetzt nicht im Stich lassen. Das ist eine schicksalhafte Zeit. Ich frage mich so oft, warum wurde ich in diese Zeit hineingeboren. Ich bin 66 Jahre alt. Warum wurde ich nicht vor 100 oder 500 Jahren geboren? Ist mein Dasein ein Zufall? Ist das Leben nur ein kosmischer Witz? Tief in mir spüre ich einen Sinn, etwas, was mein Gehirn nicht verstehen kann, dass wir von Gott in diese Zeit gebracht wurden um die Bedürfnisse dieser Generation zu stillen. Eure gesamte Vergangenheit hat euch für diesen Augenblicklich vorbereitet. Gott wird Menschen in euer Leben stellen, die auf der Suche sind. Wir können sie jetzt nicht in Stich lassen. Wir müssen ihnen jetzt die Adventbotschaft, die dreifache Engelsbotschaft, bezeugen.



Please wait...





