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Von Gott berührt

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Ted Wilson, Präsident der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten. Bayrische Vereinigungskonferenz in Augsburg. Sabbat den 2. Juli 2011

Liebe Schwestern und Brüder, ich wünsche euch einen gesegneten Sabbat. Ihr seid ein Teil der weltweiten Familie Gottes. Es ist für mich und meine Frau ein großes Vorrecht bei euch zu sein. Jetzt wollen wir uns darauf einstellen, von Gott berührt zu werden. Das Verlangen nach Erweckung und Reformation vereint uns. Einheit entsteht nur dadurch, dass wir von Gott berührt sind.

Herzlichen Dank für die Musik, den Bläserchor und den Gesang „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes". Was für ein Segen, zum Thron Gottes geführt zu werden. Wir alle wirken zusammen, um uns auf Jesus zu konzentrieren. Ich danke den jungen Leuten, die uns auf eine kreative Weise gezeigt haben, dass wir in Gottes Händen geborgen sind. Solange wir nicht von den offenen Händen Gottes berührt werden, bleibt unser Leben ziel- und sinnlos.

Ich kann euch sagen, dass Gott den Siebenten-Tags-Adventisten eine ganz besondere Botschaft für diese Zeit anvertraut hat. Er hat sie gegeben in seinem Wort und im Buch der Offenbarung, um Menschen zur wahren Anbetung zurückzuführen. Wenn Gott dich mit dieser Botschaft erreicht, dann geschieht eine Veränderung in deinem Leben. Darum sind wir heute hier in Augsburg versammelt, um von Gott berührt zu werden, durch seine Mission motiviert zu werden, durch Jesus verwandelt zu werden und andere Menschen auf sein baldiges Kommen hinzuweisen.

Es ist ein großes Vorrecht in der bedeutsamen Stadt Augsburg sein zu können. Die historischen Ereignisse dieser Stadt sprechen uns direkt an. Der Ort, an dem Martin Luther mit großer Überzeugung für Gottes Wort eintrat. Ich möchte, dass ihr Gott besonders für die religiöse Freiheit dankt, die ihr in Deutschland habt, die es euch ermöglicht diese Konferenz zu genießen. Gott schenkt uns die Zeit, hier zu sein, Gottes Wort miteinander zu studieren und unser Herz vor ihm zu demütigen. Er möchte, dass wir in der großen Mission, die er uns aufgetragen hat, vorangehen. Ich möchte der Bayrischen Vereinigung danken, dass sie mich eingeladen hat, diese Zeit mit euch zu verbringen.

Ihr wisst, wir sind hier als eine Familie. Ihr sollt wissen, ihr gehört zur weltweiten Familie der STA, ja, ihr seid ein wichtiger Teil von ihr. Wir danken den deutschen Adventisten für ihre Unterstützung der weltweiten Gemeinde. Ich erinnere mich an Erna Krüger, an ihre wunderbare Arbeit in Kairo. Die meisten werden sie nicht kennen, sie starb vor vielen Jahren. Aber vor vielen, vielen Jahren gingen sie und ihr Mann als Missionsehepaar nach Ägypten, wo ihr Mann sehr früh verstarb. Aber sie blieb für Jahrzehnte in diesem Land. Sie leitete viele Jahre lang das Waisenhaus in Ägypten. Sie lebte für Gott, der sie berührt hatte. Ich kann sie nicht vergessen, denn ich bin in Ägypten aufgewachsen. Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre im Altenheim Bad-Aibling.

Gott spricht uns auf ganz unterschiedliche Weise an. Er hilft uns seine wunderbare Gnade zu verstehen. Er berührt uns dort, wo wir seine Zuwendung besonders brauchen. Manchmal werden Adventisten beschuldigt, Gesetzesmenschen zu sein. Vielleicht deshalb, weil uns die Zehn Gebote so wichtig sind. Und wir heiligen den Sabbat, den Tag Gottes. Vielleicht gibt es auch noch andere Gründe, warum wir als Gesetzesmenschen bezeichnet werden. Vielleicht ist es die Art und Weise, wie wir die Wahrheit präsentieren. Wenn du die Bibel nimmst, oder den Geist der Weissagung, und damit den Leuten auf den Kopf schlägst, und ihnen sagst: Du musst dies tun und jenes lassen, du

musst ..., dann bekommen die Leute einen falschen Eindruck. Aber wenn wir die Botschaft weitergeben, weil wir von Gottes Liebe berührt sind, weil sie uns glücklich macht, dann werden die Menschen ein anderes Bild bekommen. Wenn wir von Gott berührt werden, dann wird im Zentrum von allem, was wir sind und was wir tun, Christus stehen. Er ist die Mitte aller adventistischen Glaubenslehren. STA sollten dafür bekannt sein, dass sie die Gerechtigkeit aus dem Glauben verkündigen. Zugleich schenkt uns Gott die Kraft des Heiligen Geistes, durch die wir geheiligt werden, die uns hilft, Jesus immer ähnlicher zu werden. Jesus ist der, der unser Leben berührt. Wir sollen seine Gnade erfahren und bezeugen. Die Balance zwischen Gesetz und Gnade ist sehr interessant.

Vor einiger Zeit erhielt ich vom Divisionsvorsteher der West-Zentral-Afrikanischen Division, einem Freund von mir, eine E-Mail. Meine Frau und ich haben neun Jahre in diesem Gebiet gearbeitet. Bei dieser Gelegenheit möchte ich meinen besonderen Dank aussprechen, dass ihr in der Vergangenheit das Werk in Afrika durch die Aussendung von Missionaren und durch eure Gaben kräftig unterstützt habt. Der Divisionsvorsteher, Daniel Luko, der mir eine Mail sandte, stammt aus dem Norden Nigerias. Er studiert Gottes Wort auf intensive Weise und bemüht sich sehr darum, Moslems zu helfen, Gottes Botschaft zu verstehen. Er hatte einige schwere Krankheiten durchzustehen, die in Westafrika nicht behandelt werden konnten. Da geschah etwas ganz Ungewöhnliches. Die adv. Loma Linda Universität lud ihn ein, sich dort behandeln zu lassen. Das war eine sehr teure Behandlung für die er nicht das nötige Geld hatte. Doch die Universität entschloss sich, ihn kostenlos zu behandeln. Gott segnete den sich über Monate hinziehenden Heilungsprozess. Als die Zeit seiner Pensionierung kam, sandte er mir eine E-Mail, in der er sich bei der GK für die Unterstützung und Hilfe bedankte, die er in Loma Linda erhalten hatte.

Ich möchte euch mitteilen, was mich besonders berührt hat. Wenn du von Gott berührt wirst, wenn du verstanden hast, was die Gerechtigkeit Christi ist, dann geschieht etwas in deinem Leben. Meine Gedanken wurden zu diesem wichtigen Thema hingeführt, als ich die Sätze von Daniel Luko las. Er dankte Loma Linda für die für ihn kostenlose, aber für die Universität so teure Behandlung. Umsonst und doch teuer! Einer musste bezahlen. Gottes Gnade ist frei, aber doch teuer! Petrus schrieb: „Denn ihr wißt ja, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus, als eines makellosen und unbefleckten Lammes." (1. Pt. 1,18.19). Ein weiterer Text ist Epheser 2,8-10 – berührt von Gott, erlöst durch Gnade. Eine freie, aber teure Behandlung.

In dem wunderbaren Buch „Der Weg zu Christus" – ein Buch, das zu den wichtigsten Büchern meines Vaters zählte – steht in der englischen Ausgabe auf Seite 63: Weil wir sündhaft und unheilig sind, können wir dem heiligen Gesetz nicht vollkommen gehorchen. Wir haben keine Gerechtigkeit in uns selbst. Aber Christus hat einen Ausweg für uns geschaffen. Er wurde Mensch und setzte sich den gleichen Versuchungen aus, mit denen auch wir es zu tun haben; doch er führte ein sündloses Leben. Er starb für uns. Er nahm die Strafe für unsere Schuld auf sich und bietet uns nun seine Gerechtigkeit im Tausch gegen all unsere Sünden an. Wenn wir uns ihm übergeben und ihn im Glauben als unseren Erlöser annehmen, gelten wir um seinetwillen vor Gott als gerecht – unabhängig davon, wie sündhaft unser Leben war. Christus tritt an unsere Stelle, sein untadeliges Wesen anstelle unseres Charakters und wir werden von Gott angenommen, als hätten wir nie gesündigt." Das ist Gerechtigkeit durch den Glauben.

Der nächste Abschnitt betrifft unsere Heiligung. Ellen G. White sagt: „Christus erneuert unser Herz. Durch den Glauben wohnt er in uns. Nun ist es an uns, die Verbindung mit ihm

aufrechtzuerhalten. Gib deinen Willen an ihn ab. Geschieht das, dann schenkt er dir die Kraft, das Gute nicht nur zu wollen, sondern auch zu vollbringen zu deinem Heil." Weiter lesen wir: „Von uns aus haben wir Gott nichts zu bieten, worauf wir stolz sein könnten. Da gibt es keine Selbsterhöhung. Unsere einzige Hoffnung besteht in der uns von Christus zugerechneten Gerechtigkeit und in dem, was sein Geist in uns und durch uns wirkt." Das ist Heiligung. Das alles wird uns durch das freie aber teure Geschenk, das Jesus gibt, zuteil.

Wir müssen immer wieder darüber nachdenken, was Gott seinen Kindern durch Christus bereitet und gegeben hat. Im Buch Das Leben Jesu steht auf Seite 34 ein wunderbares Wort: „Hätte der Sohn Gottes Menschengestalt angenommen, als Adam noch unschuldig im Paradiese lebte, dann schon wäre solche Tat eine geradezu unbegreifliche Herablassung gewesen; nun aber kam Jesus auf die Erde, nachdem das Menschengeschlecht bereits durch vier Jahrtausende im Dienst der Sünde geschwächt worden war. Und dennoch nahm er wie jeder andere die Folgen auf sich, die das unerbittliche Gesetz der Vererbung zeitigte." Was für eine unbeschreibliche Herausforderung für den Sohn Gottes, auf diese Erde zu kommen kam und einer von uns zu werden, um uns die freie, aber zugleich teure Gnade zukommen zu lassen und unser Leben durch seine unbeschreibliche Kraft zu berühren. Nur durch seine Berührung sind wir fähig seine Mission auszuführen, seine Botschaft der Gnade in der Bayrischen Vereinigung und in ganz Europa zu verkündigen.

Liebe Schwestern und Brüder, ich glaube von ganzem Herzen, dass Jesus bald wiederkommt. Darum sind wir STA und Teil der großen Familie Gottes. Darum möchten wir anderen Menschen sagen, wie Gott uns mit seiner Gnade berührt hat. Ich erinnere euch daran, dass STA an das wunderbare Wort Gottes glauben und dem Wort vertrauen, dass uns Jesu Kommen zeigt. Die Zeichen sagen, es wird bald geschehen. Da sind die Naturkatastrophen, die überall zunehmend passieren. Vielleicht sagt ihr: „Ach, das kennen wir doch schon, das geschieht doch alle Jahrzehnte da und dort." Doch ich glaube, die Naturkatastrophen werden immer mehr zunehmen, je näher wir dem Ende entgegengehen. Da sind die politischen Probleme. Die Politiker haben immer größere Schwierigkeiten, die Probleme auch nur ansatzweise lösen zu können. Die Situation ist weithin unlösbar. Da sind die ökonomischen Schwierigkeiten. Wir sind an einer papierdünnen Decke des ökonomischen Zusammenbruchs angekommen. Glücklicherweise sind augenblicklich einige Dinge noch stabil. Doch wir gehen keiner sicheren finanziellen Zukunft entgegen. Das Land, aus dem ich komme, ist eines der schlimmsten, was die Finanzen betrifft. Ihr habt in Europa auch große Probleme.

Als nächstes sind die sozialen Konflikte zu benennen, der moralische Niedergang und die ökumenischen Herausforderungen. Letztere sind der Versuch, die bestimmten Lehren des Wortes Gottes, auf die sich unser Glaube gründet, zu neutralisieren. Wir sollten alle Organisationen unterstützen, die für den Erhalt der religiösen Freiheit eintreten. Aber wir müssen sehr vorsichtig sein, mit Organisationen zusammen zu arbeiten, die uns daran hindern können, die uns anvertraute Botschaft des Wortes Gottes zu verkündigen.

Außer dem Wort Gottes hat Gott den STA den Geist der Weissagung gegeben. Ich glaube, diese ist eine der besten Gaben, die Gott für seine Gemeinde vorbereitet hat. Aber niemand soll sagen, STA würden diese prophetischen Bücher über die Bibel stellen. Die Bücher von E.G. White sind uns gegeben, um uns zur Bibel hinzuführen, und nicht um deren Platz einzunehmen. Sie geben uns aber Ratschläge, die uns helfen, in den Ereignissen der Endzeit zu bestehen. Ich ermutige unsere Pastoren, unsere Leiter und Gemeindeglieder und die Jugend, diese Bücher zu lesen. Denkt immer daran, dass ihr STA seid. Allein schon unser Name ist eine Botschaft. Schreckt nicht davor zurück, euch zu diesem Namen zu bekennen. Sagt liebevoll und fröhlich: „Ich bin ein Siebenten-Tags-Adventist". Schämt euch nicht wegen dieses wertvollen Namens.

Du bist von Gott berührt worden. Gib diese Erfahrung weiter an andere, die dich hören. Unser Name bezieht sich auf den Sabbat und erinnert an Gottes schöpferische Kraft, mit der er in sechs buchstäblichen Tagen die Welt erschuf und sein Werk dadurch krönte, dass er den siebenten Tag segnete und heiligte, den Tag an dem wir ihn heute anbeten. Lasst uns in den letzten Tagen, in denen wir leben, diesen ersten Teil unseres Namens nicht vernebeln oder gering schätzen. Gott möchte unser Leben und das Leben aller Menschen durch diese kostbare Botschaft berühren und Menschen zum Schöpfer zurückführen. Der Sabbat lenkt unseren Blick nicht nur in die Vergangenheit. Er hilft uns auch, freudig und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, denn Gott hat die Zukunft in seiner Hand. Wir brauchen uns nicht vor Schwierigkeiten oder Verfolgung zu fürchten. Lasst uns ganz sicher in Gottes Hand ruhen. Der Sabbat wird für Gottes Kinder ein ganz besonderes Zeichen in den letzten Tagen sein. Er wird das Unterscheidungsmerkmal sein zwischen denen, die Gott treu folgen und denen, die es nicht tun.

Der zweite Teil unseres Namens „Adventisten" sagt, wohin wir gehen. Er bezeugt die Wiederkunft Jesu. Er sagt, dass wir uns auf den Höhepunkt der Geschichte zu bewegen – eine Zeit, in der Jesus sichtbar in den Wolken des Himmels erscheinen wird. Was für eine gesegnete Hoffnung! Vor einem Monat starb meine geliebte Mutter mit 91 Jahren. Im Dezember starb mein 90jähriger Vater. Durch die Botschaft, die wir als STA lieben und schätzen, weiß ich, dass ich meine Eltern eines Tages wieder sehen werde. Die Botschaft vom baldigen Kommen Jesu soll von allen adventistischen Podien kraftvoll verkündet werden.

Bezeugt unsere wahre Identität als Gottes Gemeinde der Übrigen! Hört auf Gottes Stimme, die uns auffordert, das geistliche Babylon zu verlassen! Gott möchte, dass wir in dieser Zeit Gottes Mund und Stimme für die Menschen sind. Lasst uns beten für eine geistliche Erneuerung und Reformation in unserem eigenen Leben, damit die Verkündigung der Endzeitbotschaft durch uns ohne Zwang von ganzem Herzen geschieht. Ich bitte euch ganz dringend, vereint euch als Gottes Kinder, steht fest zusammen. Das kann nur geschehen, wenn wir uns vor Gott demütigen und auch einander in Demut begegnen. Erlaubt dem Heiligen Geist, an eurem Herzen zu arbeiten. Der Geist der Weissagung ruft uns auf: Steht fest zusammen! Haltet fest zueinander! Rückt zusammen!

Liebe Schwestern und Brüder in dieser großen Bayrischen Vereinigung, verkündet kraftvoll Gottes Gnade und Wahrheit. Verkündet dies in den Dörfern und Städten und vor allem in den Großstädten. In wenigen Wochen werden wir auf der Jahressitzung der Generalkonferenz darüber sprechen, wie wir die Menschen in diesen Megastädten besser erreichen können. Betet für diese Sitzung und für die Pläne, die dort besprochen werden. Mittlerweile leben 50 % der Weltbevölkerung in den großen Städten, und die werden immer größer. Betet für die Menschen, die in diesen Städten leben und für alle, die dort für Gott arbeiten. Benutzt jedes Mittel, um die Menschen auf Gottes Wahrheit aufmerksam zu machen und ihre Herzen zu berühren. Gebraucht einfache Mittel, um die Menschen in ihren Nöten und Bedürfnissen zu erreichen. Am wirkungsvollsten ist euer persönliches Zeugnis.

Ich hatte eine Sekretärin, die in ihrem Büro einen Spruch zu hängen hatte, auf dem zu lesen war: „Predige das Wort immer und alle Zeit. Wenn nötig, nimm Worte zu Hilfe!" Doch Taten sprechen lauter als Worte. Die Leute verstehen viel besser, was wir tun, als was wir sagen. Achtet darauf, dass ihr in eurer Anbetung und in eurer Musik Gott ehrt und nicht euch selbst. Gebt der Posaune einen sauberen, klaren Ton. Das möchte Gott in seiner Gemeinde. Sagt stets mit Liebe und Überzeugung: „So spricht der HERR!"

Liebe Geschwister, seid auf der Hut vor seltsamen Gottesdienstformen und Aktivitäten, die da und dort in die Gemeinde eindringen. Unangemessene Gebetsformen und Praktiken, die alles von eurem Denken und Trachten verschwinden lassen und vermeintlich dazu angetan sind, Gott einzulassen, aber in Wirklichkeit mystisch und nicht von Gott sind. Seid vorsichtig im Umgang mit Bewegungen, wie z.B. der Emerging Church, die mehr Wert auf spirituelle Erlebnisse legt als auf Gottes Wort. Ich bitte euch, vorsichtig damit zu sein, Gruppen und Personen in unseren Gemeinden sprechen zu lassen, die nicht zu uns gehören, die kein Verständnis haben von dem großen Kampf, um den es eigentlich geht – die in ihren Grundlagen kein Konzept von der dreifachen Engelsbotschaft haben. Ich sage damit nicht, wir sollten mit anderen Gläubigen und Kirchen nicht freundlich umgehen. Es ist wichtig, dass wir liebenswerte und liebevolle Christen sind. Wenn es aber um die Leitung geht und darum, der Posaune einen klaren, bestimmten Ton zu geben, dann lasst uns daran denken, dass Gott dieser Gemeinde kostbare Wahrheiten anvertraut hat. Gott benutzt Menschen, die sich darauf verlassen. Schwester und Bruder, verkünde diese Wahrheiten Gottes! Lass Gott dein Herz berühren!

Vielleicht bist du im Blick auf deine Gemeinde frustriert oder verärgert. Ich bitte dich, ergreife doch die Hand Gottes. Erneuere deine Beziehung mit Jesus Christus. Lass ihn aufs Neue dein Herz berühren. Vielleicht gibt es einige unter uns, die nicht zugelassen haben, dass ihr Leben von Gottes Wort bestimmt wird. Vielleicht gehörst du zu denen, die schon Tage oder Wochen nicht mehr Gottes Wort, die Bibel, gelesen haben. Öffne es doch wieder, lass Gott zu dir sprechen und dich berühren. Vielleicht gibt es einige, die sich aus irgendeinem Grund von der Gemeinde entfernt haben, oder weil andere Aktivitäten wie Sport, Internet, Fernsehen ihre Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch genommen haben. Irgendwie ist Jesus aus ihrem Leben verdrängt worden. Nimm dir wieder Zeit für Jesus, für das Bibelstudium, für das Gebet, für das Lesen der Bücher des Geistes der Weissagung. Erlaube Gott, dein Leben wieder zu berühren. Vielleicht gehörst du zu denen, die von den biblischen Wahrheiten der Adventgemeinde abgerückt sind und ihnen skeptisch gegenüber stehen. Ich kann dich nur in aller Demut bitten, öffne dein Herz für Jesus. Lass Gottes Wort in einer einzigartigen Weise zu dir sprechen. Wenn du ein unwürdiges Leben führst, dann wende dich an den himmlischen Arzt, der dich heilen und Ruhe in das Chaos deines Lebens bringen kann. Vielleicht gehörst du zu einer Gemeinde, in der es viel Eifersucht und interne Querelen gibt, dann wirke doch mit denen gemeinsam, die sich für Versöhnung einsetzen, die wieder zusammenführen und die Ideale von Matthäus 18 verwirklichen. Jesus betet für die Einheit der Gemeinde – siehe Johannes 17. In 2. Korinther 5 ruft Paulus uns auf, Botschafter der Versöhnung zu sein.

Liebe Schwestern und Brüder, wir nähern uns dem Ende der Zeit. Gott spricht zu uns, damit wir bereit sind für Erweckung und Reformation. In Joel 2,12-14 werden wir aufgerufen, uns von ganzem Herzen Gott zuzuwenden, zu ihm zurückzukehren. In Vers 15 steht: „Stoßt in das Horn in Zion [...]!" Und die nächsten Verse sagen, dass die Pastoren und Leiter in ernstem Gebet vor Gott für die Gemeinde eintreten sollen. Im 2. Teil dieses Kapitels ringt Gott um uns. Er verspricht, den Spätregen zu schenken, damit wir – berührt von seiner Gnade und Macht – die Botschaft verkündigen. In dem Buch Für die Gemeinde geschrieben, Band 1, Seite 128 schrieb Ellen White: „Eine Erweckung wahrer Frömmigkeit unter uns ist das größte und dringendste unserer Bedürfnisse. Danach zu streben, sollte unsere wichtigste Aufgabe sein. Wir müssen uns ernsthaft darum bemühen, die Segnungen Gottes zu empfangen". Und auf Seite 133 ist zu lesen: „Die Gemeinde sollte sich aufmachen, Buße zu tun für ihre Abtrünnigkeit. Die Wächter müssen wieder erwachen und ihre Trompeten in einem sicheren Ton erklingen lassen... Die Gemeinde muss aktiv werden. Der Geist Gottes kann nicht kommen, wenn ihm nicht der Weg bereitet wird. Die Herzen müssen ernsthaft erforscht werden, und die Gemeinden müssen sich zu anhaltendem Gebet vereinigen und im Glauben Gottes Zusagen in Anspruch nehmen. ... Wir haben keine Veranlassung, uns selbst auf die Schulter zu klopfen und uns für etwas Besseres zu halten. Wir sollten uns beugen unter die mächtige Hand Gottes."

Meine lieben Schwestern und Brüder, Gott möchte uns die Kraft des Spätregens jetzt schenken. Wann wird es geschehen? Es ist unsere dringende Aufgabe, die Gemeinden darauf vorzubereiten. Wir können Erweckung und Reformation nicht durch einen Beschluss im Ausschuss der Generalkonferenz bewirken. Es ist das Werk des Heiligen Geistes. Wir müssen Gottes Namen anrufen, uns vor ihm demütigen, sein Angesicht suchen und in ernsthaftem Gebet darum bitten, uns den Spätregen zu senden. Als STA legen wir den Schwerpunkt auf den „Advent", die Wiederkunft Jesu. Darum müssen wir uns eine ernste Frage stellen: Warum sind wir noch hier auf Erden? Wann wird Jesus endlich kommen? Sind wir noch nicht genügend von ihm angerührt worden? Ist etwas in meinem Leben nicht in Ordnung? Ist etwas in der Gemeinde falsch? Muss ich mich mehr anstrengen, um Gottes Liebe zu erlangen? Bitte, erinnert euch daran, wir sind gerettet durch Gnade. Wenn du wirklich von Gott berührt bist, dann wirst du vom Heiligen Geist erfüllt sein und dein Leben wird mehr und mehr Jesus ähnlich. Dann wird der Spätregen kommen. Im Buch Evangelisation steht auf Seite 619: „Das Ausgießen des Heiligen Geistes auf die Gemeinde wird in der Zukunft erwartet; doch es ist das Vorrecht der Gemeinde, es jetzt zu erleben. Suchet danach, betet darum, glaubt daran. Wir brauchen den Heiligen Geist, und der Himmel ist bereit, ihn auszuteilen." Aber diese kostbare Zusage ist mit einer Bedingung verknüpft. Gott sagt uns durch den Geist der Weissagung, es ist unsere Aufgabe, zu bekennen, uns zu demütigen, Buße zu tun, ernsthaft zu beten und die Bedingungen zu erfüllen, welche die Erfüllung dieser Verheißung ermöglichen.

Ich möchte jedes Gemeindeglied in Bayern und in der Euro-Afrika-Division aufrufen, sich mit der weltweiten Gemeinde vor Gott und voreinander in Demut zu beugen, zum Wort Gottes zurückzukehren, Gott zu erlauben, das Herz zu berühren und sich seinen Händen anzuvertrauen. Dann wird der Heilige Geist uns befähigen, den großen Missionsauftrag zu erfüllen, den Gott der Gemeinde der Übrigen übergeben hat. Wir beten in der Generalkonferenz für eine geistliche Erweckung und Reformation und ihr betet in eurer Vereinigung mit uns. Wir möchten gemeinsam erleben, wie Gott sein Werk vollendet. Wie steht es um dich persönlich? Bist du bereit, von Gott angerührt zu werden? Bist du bereit zum klaren Verständnis des Wortes Gottes zurückzukommen und dich der Wahrheit zu erfreuen, die Gott dieser Gemeinde gegeben hat? Bald werden wir den Höhepunkt all unserer Aktivitäten erleben. Der ganze Himmel wartet auf diesen Moment, da Christus mit allen Engeln in Kraft und Herrlichkeit wiederkommt. Das ist unsere gesegnete Hoffnung. Es wird der Eine erscheinen, der alles geschaffen hat, der die Erlösung vollbracht hat, der das geschlachtete Lamm war und der auferstandene Herr ist, der für uns im Allerheiligsten eintritt, der kommt, um uns nach Hause zu holen. Dann werden wir ausrufen: „Das ist der Gott, auf den wir gewartet haben." Und der Herr wird auf uns schauen und sagen: „Wohlgetan, du treuer und frommer Diener. Gehe ein zu deines Herrn Freude." Welch ein Tag wird das sein!

Ich sehne mich nach Jesu Wiederkunft. Wartest Du auf sein Kommen? Erfüllt es dein Herz mit Hoffnung? Bist du willig, Dich heute von Gott ansprechen und berühren zu lassen? Wenn Du Dein Vertrauen in Gottes rettende Kraft für dein Leben und seinen Auftrag, seine kostbare Wahrheit zu verbreiten, bezeugen möchtest, wenn du zu ihm sagen willst: Herr, ich schaue auf dich. Ich möchte dich in den Wolken des Himmels kommen sehen, durch dein freies und doch so kostbares Geschenk nehme ich die Erlösung an, dann bitte ich dich aufzustehen und dies vor dem Herrn zu bekennen. Amen

 
 
 
 
 
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