Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst.
Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore. (5.Mose 6,6-9)
Es gibt viele Dinge, die Eltern ihren Kindern während der Erziehung vermitteln möchten. Die Schwerpunkte liegen da ganz individuell. Einige legen sehr viel Wert auf Äußerlichkeiten und Umgangsformen. Andere wieder wollen dem Kind zeigen, daß es tun und lassen kann, was ihm gefällt (in einem grob abgesteckten Rahmen). Es gibt aber auch Eltern, die ihren Kindern einen guten Charakter fürs, Leben mitgeben möchten - es zählen in diesem Fall vor allem die inneren Werte.
Überlegen Sie einmal, welchen Schwerpunkt Sie in der Erziehung setzen! Ich habe es auch getan. Ich möchte das Wichtigste im Leben überhaupt meinen Kindern vermitteln. Etwas, das mich durch das ganze Leben begleitet und mir sehr viel Hilfe im alltäglichen Leben sowie auch in Problemen und Gefahren ist - den Glauben an Gott!
Für die geistige und körperliche Entwicklung eines Kindes sind Vater und Mutter sehr wichtig. Sie sind die Bezugspersonen des Kindes. Das Kind orientiert sich an ihnen. In meiner Arbeit als Kinderkrankenschwester habe ich öfters erlebt, daß Kinder, die durch den Klinikaufenthalt ihre Bezugspersonen verloren, auf einmal nichts mehr aßen und sprachen. Doch sobald sie eine Bezugsperson im Krankenhaus gefunden hatten, verschwanden diese Symptome. Jedes Kind, aber auch jeder Erwachsene braucht einen Bezugspunkt fürs Leben. Das Wesen dieses Bezugspunktes ist, daß er größer ist als der Mensch. Andernfalls verlöre er ja seine Wirkung. Der größte Bezugspunkt, der existiert, ist Gott, der Schöpfer allen Lebens. Es gibt viele Menschen, d,e Gott ablehnen, die aber bewußt oder unbewußt zu anderen Bezugspunkten rein menschlicher Größe greifen. Dazu zählen Hobbys, Ideologien, Vergnügung, Beruf usw. Früher oder später wird jeder merken, daß diese sich abnützen, ihre Bedeutung verändern und alle Schwankungen des Menschen mitmachen.
Alle Eltern müssen sich irgendwann fragen: Was wollen wir an unsere Kinder weitergeben und was haben wir weiterzugeben?
Die größte Förderung des Kindes geschieht, wenn wir über die vordergründigen Dinge hinaus unabhängige Werte vermitteln können, die nicht vom Menschen abhängig sind, sondern an denen sich der Mensch festhalten kann, die also von Gott als absolute Größe und Quelle des Lebens kommen.
Grundsätzlich können wir nur weitergeben, was wir selbst haben. Es ist nicht möglich, mit Kindern über den Glauben an Jesus Christus zu sprechen, wenn wir nicht selbst diesen Glauben haben. Das Geistliche gehört nicht nur in den Gottesdienst, sondern der Glaube muß unser ganzes Leben umfassen. Wenn Kinder erleben, daß sich Eltern in jeder Situation vertrauensvoll an Gott wenden, ihn bitten und ihm danken, dann wird ihnen das richtige Bild von Gott vermittelt. Nicht als ein strafender Gott, der genau beobachtet, ob sie etwas Unrechtes tun, um sie dann züchtigen zu können.
Die grenzenlose Liebe des himmlischen Vaters können Kinder nur verstehen, wenn unsere eigene Liebe zu ihnen etwas von dieser Gnade widerspiegelt.
Doch verlangen wir auch von unseren Kindern Gehorsam, weil es zu ihrem und anderer Wohl ist. Genauso hat Gott auch das Recht und die Autorität, von seinen Geschöpfen Gehorsam zu verlangen, da er der HERR der ganzen Schöpfung und unseres Lebens ist. Gottes Liebe und Autorität müssen wir unseren Kindern vermitteln.
Kleinkinder übernehmen einfach den Glauben der Eltern. Doch kommen die Kinder ins Schulalter, dann beginnen die Fragen. Und viele christliche Eltern versäumen dann, gründliche und fundierte Antworten zu geben. Eltern müssen aktiv am geistlichen Wachstum ihrer Kinder beteiligt sein. Es ist sicher sehr leicht, heranwachsenden Kindern religiöse Fakten aus der Bibel mitzuteilen, z.B. von verschiedenen Personen in der Bibel zu erzählen, und was sie taten. Sie sollen aber lernen, biblische Charaktere und Prinzipien für sich persönlich anzuwenden! Das gemeinsame Bibellesen ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Es sollte nicht immer nach dem selben Schema ablaufen. Kinder sollten lernen, sich eigene Gedanken über biblische Texte zu machen und sie dann auch zu äußern.
Das gemeinsame Gebet ist ebenso wichtig; sowohl spontan als auch regelmäßig. Alltägliche Zwischenfälle bieten sich gut an, um dem Kind Glauben an Gott zu vermitteln, sei es eine Panne mit dem Auto oder eine verlorene Handtasche.
"Der Glaube wird in den kleineren Dingen des Lebens nicht weniger benötigt als in den großen. In all unseren täglichen Anliegen und Geschäften wird uns durch unerschütterliches Vertrauen die stützende Kraft Gottes zur Wirklichkeit. " Erziehung, S.234
Kinder müssen lernen, ihr religiöses Wissen wirksam anzuwenden. Wir als Eltern können ihnen darin helfen, indem wir unser geistiges Leben mit ihnen teilen. Erzählen Sie Ihren Kindern einige Sorgen, lassen Sie sie teilhaben an der Bitte um Hilfe von Gott und lassen Sie Ihre Kinder auch die Antwort auf das Gebet erleben. Das heißt, ein Kind lernt damit aus eigener Erfahrung.
Es war am Ende eines Sommerurlaubes auf der holländischen Insel Ameland, den ich als 11jähriges Mädchen mit meinen Eltern und Geschwistern verbracht hatte. Der Abreisetag war gekommen, und wir mußten unser Zelt abbauen. Drohende schwarze Wolken zogen am Morgen dieses Tages am Himmel auf. Jeder, der schon einmal mit einem Zelt unterwegs war, weiß, wie lästig es ist, ein nasses Zelt in ein Auto zu packen. Meine Eltern schauten besorgt zum Himmel. Da sagte mein Vater: "Laßt uns zu Gott beten und ihn bitten, daß er doch den Regen solange zurückhält, bis wir unser Zelt im Auto haben!"
Wir knieten alle nieder und baten IHN um seine Hilfe. Schnell begannen wir das Zelt abzubauen. Auf einmal schauten wir alle wie gebannt zum Himmel. Ein paar Meter vor, hinter und seitlich unseres Zeltes regnete es in Strömen, aber über uns war ein kleiner blauer Fleck am Himmel. Und er blieb, bis wir die letzte Zeltstange im Auto hatten. Dann aber' begann es auch über uns in Strömen zu regnen. Was meinen Sie, taten wir nun wohl im Auto? Wir dankten Gott für seine wunderbare Hilfe. Diesen Glauben, den ich bei meinem Vater erlebte, half mir dabei, daß mein Glaube aus zweiter Hand ein Glaube aus erster Hand wurde.
"Wie ernsthaft sollte man sich bemühen, das Vertrauen des kleinen Kindes auf den sicheren Führer und Helfer zu richten, wenn es jene Reise antritt, auf der es früher oder später seinen eigenen Kurs wählen und sein ewiges Geschick entscheiden muß." Erziehung S.234
Gerade Teenager sollten wissen, daß ihre Eltern für sie und um die Erfüllung ihrer besonderen Bedürfnisse beten. Heranwachsende Kinder müssen durch das Beispiel ihrer Eltern lernen, wie man vergibt und Vergebung findet - sowohl von Gott als auch von den Menschen.
Wenn Sie als Eltern einen Fehler machen, der das Kind gekränkt hat, geben Sie den Fehler zu, entschuldigen Sie sich und bitten Sie um Vergebung. Das Kind sollte auch mitbekommen, wie Sie dann auch Gott um Vergebung bitten. So lernen Kinder, demjenigen zu vergeben, der sie gekränkt hat, und sind auch in der Lage, um Vergebung zu bitten und diese zu empfangen. Glaubenszweifel kommen bei älteren Kindern häufig daher, weil so viele Eltern und Lehrer vorgeben, an das Wort Gottes zu glauben, während ihr Leben Gottes Kraft verleugnet. So übt der Inhalt der Heiligen Schrift keine größere Wirkung auf die Jugend aus.
Der Glaube des Kindes muß auf Gottes Wort beruhen. Dann können auch Gefühlsstürme sie letztlich nicht mehr erschüttern. Sie werden sich dann an Gottes Wahrheit klammern, auch wenn sie die andere Seite des Grabens nicht mehr erkennen. Das ist es, was wir unseren Kindern weitergeben dürfen.
Jetzt gilt es, zusammen mit unseren Kindern herauszufinden, was uns der lebendige Gott in seinem Wort sagt. Und wenn wir so gemeinsam mit ihnen leben und lernen, sind es oft wir, die Erwachsenen, die empfangen! Im Nachdenken mit Kindern werden uns erstaunliche und neue Dinge bewußt, weil Kinder die Schrift und das Leben mit Jesus oft ganz anders sehen.
Die Liebe - und wir
Die Liebe ist geduldig -
und uns reißt ständig der Geduldsfaden.
Die Liebe erhitzt sich nicht -
und wir geraten so schnell in Zorn.
Die Liebe prahlt nicht
und wir leben vom Angeben.
Die Liebe denkt nicht an sich -
und wir kreisen um uns selbst.
Die Liebe ist nicht empfindlich -
und wir schnappen hörbar ein.
Die Liebe führt nicht Buch über erlittenes Unrecht -
aber unser sonst so vergessliches Gedächtnis ist darin fabelhaft.
Die Liebe glaubt alles und gibt den anderen nicht auf -
wir lassen ihn fallen.
Die Liebe duldet alles -
und wir lassen nichts auf uns sitzen.
Die Liebe ist mit keinem fertig und kommt nie zu Ende -
und wir machen so schnell Schluss...
Sabine Intering
Aus der Zeitschrift "Aus der Sicht"
Herausgeber:
"Lesen mit Segen"
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