Wenn wir etwas von Jesus lernen können, dann auf jeden Fall, wie er selbstlos anderen diente. Unser größter Kampf ist der mit dem eigenen Ich. Unsere natürliche Neigung ist, nur unsere eigenen Wünsche zu sehen und mehr auf unsere Bedürfnisse zu achten als auf die unseres Mitmenschen. Meine Familie durfte nun viele Jahre für meinen alten Vater sorgen. Das stellte uns vor manche Herausforderung. Wir mussten unsere Wohnung und unsere Privatsphäre mit ihm teilen und uns auf ihn einstellen. Unser Tagesplan änderte sich. Wir passten unseren täglichen Ablauf seinen Bedürfnissen an und nahmen uns Zeit für ihn.
Bald entdeckten wir, dass der Segen größer war als jegliches Opfer. Unsere Kinder halfen dabei, sich um meinen Vater zu kümmern. Dadurch entstand ein enges Band zwischen ihnen. Sie lernten ihn besser kennen und interessierten sich sehr für Einzelheiten aus seinem Leben. Es war, als läsen meine Kinder wunderbare Geschichten in einem lebendigen Buch. Sie werden diese besonderen Augenblicke im Gespräch und beim Spiel mit meinem Vater nie vergessen. Ihm zu dienen war keine Aufgabe, sondern ein Vorrecht.
Während seines Aufenthalts bei uns hatte mein Vater auch einen Einfluss auf meine Frau und mich. Seine Hingabe als Christ berührte unsere Herzen und war uns ein Vorbild. Durch sein gewissenhaftes Gebetsleben und sein Bibelstudium spiegelte sein Leben wirklich Jesus wider. Seine Erfahrung ermutigte uns, dieselbe Freundschaft zu Jesus zu suchen und zu genießen wie er.
Sein weiser Rat über die Jahre war hilfreich und wir können ihm nicht genug danken. Wir bewunderten seinen Einsatz. Er fand immer im und ums Haus etwas zu tun, was der Familie zum Segen war und ihn auf Trab hielt. Das hat uns alle beeindruckt, besonders die Kinder.
Dass mein Papa bei uns wohnte, hat uns als Familie noch mehr zusammengeschweißt. Wir haben von uns abgegeben, aber im Gegenzug unzählige Segnungen empfangen. Kürzlich hat mein Vater den Entschluss getroffen, seinen Lebensabend in seinem Heimatland zu verbringen. Doch sein guter Einfluss wirkt bis heute nach.
Osman Flores in Forever a Family, Winter 2010, Seite 12
www.foreverafamily.com
Aus der Zeitschrift "Versöhnungstag" (4. Ausgabe 2011)
Herausgeber:
hoffnung weltweit e.V.
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79373 Müllheim / Baden
Deutschland
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