Um die zukünftigen Ereignisse auf dem Gebiet der ökumenischen Christenheit besser einschätzen zu können, empfiehlt es sich, die Aktivitäten der römisch katholischen Bischöfe in den USA aufmerksam zu verfolgen. Sie sind der verlängerte Arm Roms und sie sind sich ihrer Aufgabe bewusst. Wir veröffentlichen deshalb nachfolgende Original-Veröffentlichung der Kommunikationsabteilung der Katholischen Bischofskonferenz in den USA, welche die dortige Ökumene betrifft.
Washington,29.10.2004
Auf der Agenda der US Konferenz katholischer Bischöfe befindet sich ein Antrag, der die Teilnahme an dem neuen ökumenischen Forum "Christliche Kirchen gemeinsam in den USA" befürwortet.
Das wesentliche Neue an "CCT-USA" ist, dass alle großen christlichen Kirchen in den verschiedenen Staaten, inklusive der Pfingstler und Evangelikalen, darin eingebunden werden sollen. Das große Ziel ist: "Die Kirchen und christlichen Organisationen enger in Christus zusammenwachsen zu lassen und den christlichen Glauben in der Welt so zu stärken". Die Bischofskonferenz soll vom 15. - 18. November in der "Hyatt Regency Capitol Hill" stattfinden.
Der Antrag wird vom bischöflichen Komitee für Ökumene und Interreligiöse Angelegenheiten (BCEIA) unter der Leitung von Bischof Stephan E. Blaire eingebracht. Der Antrag stellt fest, dass die "CCT -USA" keine neue MegaOrganisation der Kirchen sein soll, sondern vor allem ein Forum für Anteilnahme, Zusammenarbeit und gemeinsamer Aktionen.
Der Antrag führt aus, dass "CCT-USA" für keines seiner Teilnehmer sprechen darf, es sei denn, es liegt deren Einverständnis vor. Dafür aber würden die katholischen Lehren in einem weiten ökumenischen Gesprächskreis eingebracht. Es sagt auch aus, dass der "Heilige Stuhl" die Teilnahme an einer solchen ökumenischen Organisation unterstützt.
Die Diskussionen unter den amerikanischen Kirchenleitern, eine neue ökumenische Organisation mit einem "größeren Tisch" zu schaffen, begannen schon 2001 beim "Nationalen Kirchenrat (NCC). Die Leitung des NCC hatte festgestellt, dass sie nur ein Drittel der Christen in den USA repräsentierte und daher war eine größere und breitere Basis nötig geworden.
Auf einem Treffen, zu dem der Kardinal William Keeler in Baltimore eingeladen hatte, kamen die Teilnehmer übereinstimmend zu der Auffassung, dass eine breitere Struktur vorteilhaft wäre, zumal die Katholische Kirche und die großen Gruppen der Evangelikalen und Pfingstgemeinden nicht Mitglied in dem NCC waren. Es wurde beschlossen, dem neuen Forum den Namen "Die Christlichen Kirchen gemeinsam in den USA" zu geben.
Seitdem haben verschiedene Tagungen in unterschiedlichen Staaten der USA stattgefunden. Im Sommer 2004 war eine bedeutende Anzahl von Gruppen der Evangelikalen und Pfingstlern mit einer Mitgliedschaft einverstanden, doch die neue Organisation würde nur dann Sinn machen, wenn die Katholische Bischofkonferenz Mitglied werden würde.
Bereits 1960 hatte eine Kommission eine Studie, zur möglichen Mitgliedschaft in der NCC, der damaligen Bischofskonferenz vorgelegt. Dieser Bericht wurde 1972 veröffentlicht. Er kam zu der Erkenntnis, dass, wenn die Katholische Bischofskonferenz dort Mitglied würde, sie auf Grund ihrer Mitgliederzahlen in der Organisation dominieren würde. Der Bericht empfahl einige Veränderungen an der Satzung des NCC, so dass eine Mitgliedschaft der Katholischen Kirche möglich wäre. Doch ein solcher Antrag wurde nie gestellt. Seitdem praktizieren die katholischen Bischöfe eine allgemeine Zusammenarbeit mit der NCC.
Im Juni sprach sich Kardinal Walther Kasper, Leiter des "Rates zur Unterstützung der christlichen Einheit" an der Kurie des Vatikans, in einem Brief an den Leiter des BCEIA für einen Beitritt in eine solche Organisation wie die "CCT-USA" aus und wies auf den großen Wert hin, der dadurch nicht nur für den Papst, sondern auch für die katholische Kirche in den USA erreicht würde:
"Erstens, der wichtigste Punkt im Ganzen ist der Vorteil, Christen wie die Evangelikalen und die Pfingstgemeinden, welche zur Zeit die schnellsten Wachstumsraten haben, miteinander ins Gespräch zu bringen, darunter solche, die bedauerlicherweise bisher nicht am ökumenischen Dialog beteiligt waren", schrieb der Kardinal. "Als wir mit einigen Pfingstgemeinden im Dialog waren, und nachdem wir einige Beratungsgespräche mit der "World Evangelican Alliance" beendet hatten, war uns klar, dass viele dieser Gruppen sich immer abseits von der ökumenischen Bewegung gehalten hatten. Vielleicht ist diese neue Möglichkeit sehr hilfreich, um zu diesen Christen Brücken zu bauen."
Das CCT-USA Leitungskomitee hat entschieden, jede Mitgliedskirche um einen Mitgliedsbeitrag anzufragen. Je nach ihrer Anzahl an Sitzen und in Abhängigkeit ihrer Mitglieder soll ein unterschiedlicher Jahresbeitrag eingezahlt werden. Die Katholische Bischofskonferenz müsste einen Betrag von 12000 bis 15 000 US$ aufbringen. Es ist geplant, dieses Geld aus privaten Quellen zu beschaffen.
Der Antrag wird von der Mehrheit der katholischen Bischöfe in den USA unterstützt und damit ist eine Annahme sicher.
Nachtrag der Redaktion:
Dem Antrag stimmte die Mehrheit der Katholischen Bischofskonferenz zu. Somit steht die größte ökumenische Vereinigung in den USA unter der inoffiziellen katholischen Leitung.
Wer diese offizielle Stellungnahme sorgfältig liest, kann sich selbst ein Bild über die Absichten der Katholischen Kirchenleitung in den USA machen. Besonders bemerkenswert ist ihr Streben, die protestantischen Kirchen, welche der ökumenischen Bewegung bisher skeptisch gegenüber standen, nun an einen Tisch zusammen zu bringen.
Ebenso aufschlussreich ist die Bezeichnung der anderen Mitglieder aus katholischer Sicht. Sie werden nicht als "Kirche" angesprochen, sondern immer als "Gruppe" oder "christliche Organisation". Es gibt eben nur eine wirkliche christliche Kirche, dass werden die anderen noch lernen müssen.
Bei unseren bisherigen Recherchen bei der Gemeinschaft der STA in den USA stießen wir auf eine merkwürdige "Unwissenheit" über dieses neue ökumenische Forum. Nachdem, was der katholische Kardinal Kaspers verlauten ließ, dürfte es ihm ein Herzensanliegen sein, die Adventisten in Amerika an den "großen Tisch" zu bringen.
In der NAD scheint es in der Abteilung für Kommunikation eine Arbeitsaufteilung zu geben: Diejenigen, die was darüber wissen, schweigen und die, welche offiziell reden, haben keine Ahnung.
Was ja auch nicht wundert, wenn bedenkt, dass solche Angelegenheiten innerhalb der Kirchenleitung mit größter Vorsicht gegenüber den eigenen Kirchenmitgliedern angegangen wird.
Offizielle Informationen bekommt man entweder, wenn alles bereits entschieden ist, oder wenn zu viele schon davon wissen. Nicht überall, wo "Kommunikation" an der Tür steht, wird auch kommuniziert. Da bildet die NAD keine Ausnahme.
Was eigentlich doch ganz gegen unser Jahresmotto "Vereint in..." spricht, oder?
"Christian Curches Together in USA"



Please wait...





