Vorschlag: Dieses Thema wollen wir jetzt in einer Frage - und Antwortfolge gemeinsam erarbeiten. Der Leser soll die Antworten alleine herausfinden. Fragen sind fett gedruckt, Antworten kursiv. Damit man nicht gleich die Lösung liest, kann man mit einem Blatt Papier die Antworten abdecken, die Bibel aufschlagen, die Lösung selbst finden und mit der blau markierten Antwort vergleichen. Wenn Sie damit einverstanden sind, können wir gleich zur ersten Frage übergehen. Dabei sollten Sie die erste Antwort noch nicht abdecken, sondern lesen.
Wo finden wir in der Bibel Anhaltspunkte für den Golfkrieg?
Die Antwort darauf können wir im Buch Daniel, Kapitel 11, Verse 40-45 finden.
Nicht entmutigt sein, wenn Sie nicht gleich alles verstehen. Lesen Sie zunächst die Kapitel 11 und 12, um sich einen Überblick zu verschaffen. Danach wollen wir die großen Linien im Text verfolgen. Sie müssen an geschichtlichen Ereignissen festgemacht sein. Eines dieser Ereignisse können wir in der Zukunft suchen:
Mit welchem großen Ereignis schließt die Daniel-Vision ab?
Dan.12,2: "Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen... "
Wenn das die Auferstehung ist. dann ist damit der "Jüngste Tag", die Wiederkunft Christi gemeint. Nachdem wir uns mit dem Ende dieser Vision beschäftigt haben, interessieren uns die Ereignisse am Anfang dieser Schau.
Mit welchen Weltreichen beginnt die Schau in Kapitel 11?
Dan. 11,2: "Und nun will ich dir kundtun, was gewiß geschehen soll. Siehe, es werden noch drei Könige in Persien aufstehen, der vierte aber wird größeren Reichtum haben als alle anderen. Und wenn er in seinem Reichtum am mächtigsten ist, wird er alles gegen das Königreich Griechenland aufbieten. "
Die Vision zieht sich also von der Zeit Persiens bis zur Wiederkunft Christi. Uns interessiert aber die unmittelbare Zeit davor. Dabei nehmen wir an, daß wir heute im letzten Zeitabschnitt der Geschichte leben.
Welche Aussage Daniels könnte uns in die heutige Zeit bringen?
Dan.11 ,40: "Und zur Zeit des Endes ..."
Wenn das stimmt, dann spielen sich zwischen Vers 40 und 45 die letzten Ereignisse der Weltgeschichte ab.
Welches einmalige Ereignis findet kurz vor dem Advent statt?
Dan.12,1 b: "...denn es wird eine Zeit so Großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist seitdem es Menschen Gibt, bis zu iener Zeit... "
Somit haben wir schon einige prophetische Eckdaten, an denen wir uns orientieren können: Persien als Anfang, die Endzeit von Vers 40, die Trübsalszeit mit der anschließenden Wiederkunft Christi. So erhalten wir prophetische Geschichtslinien, die wir nun in unserer Zeichnung festhalten:
Welche Rolle spielen dabei der Nord - und der Südkönig?
Von 11,5-45 spielen beide die bestimmenden Rollen in der Weltgeschichte. Einmal gewinnt der eine, dann wieder der andere.
Wer von beiden wird in der Endzeit die Führung übernehmen?
V 40 b: "...und der König des Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen... "
In welche Länder fällt er ein?
V 41-43. In alle Länder des Südkönigs.
Welche veränderte weltpolitische Lage ergibt sich daraus?
Die Weltoolitik bis zum Advent bestimmt der Nordkönig.
Warum muß der Nordkönig eine Supermacht sein?
V 40 b + c: "...mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen... er wird in die Länder einfallen und sie überschwemmen und überfluten. "
Nur eine Supermacht kann Länder mit viel Kriegsgerät überschwemmen.
Wer legte sich kürzlich mit einer Supermacht an?
Hier legen wir obige Zeichnung wie eine Folie über die modernen Zeitereignisse. Die großen prophetischen Linien stehen fest. Wir dürfen niemals diese Struktur der aktuellen Auslegung anpassen. Aber wir können fragen, wer dieser Struktur heute am meisten entspricht. Dabei ist wichtig, daß alle Aspekte der Prophetie zutreffen müssen. Manche können schon erfüllt sein, andere können noch ausstehen.
Haben die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten damit zu tun?
Angenommen, es wäre so: dann hat sich der Irak (als Vertreter des Südkönigs) mit der Supermacht USA (als Vertreter des Nordkönigs) angelegt.
In welcher Weise legt sich der König des Südens mit ihm an?
V 40 a: "... wird sich der König des Südens mit ihm messen..."
Er wird also den Nordkönig provozieren. Das scheint auf den Irak zuzutreffen. Die USA, und mit ihr die westlichen Alliierten, antworten militärisch.
Aber die weiteren Aussagen der Prophetie müssen auch erfüllt werden, nämlich daß er in alle Länder einfällt. Das müßte in der nächsten Zukunft geschehen. Wenn nicht, ist diese Auslegung ungeeignet! Dann müssen wir nach anderen Zeitereignissen suchen, die den prophetischen Linien entsprechen.
Suchen wir in dieser Richtung weiter und nehmen den König des Südens näher unter die Lupe:
Welcher Rasse gehört das irakische Volk an?
Vorwiegend der arabischen Rasse.
Welche biblische Prophezeiung sagt etwas über die Araber aus?
1.Mose 16,10-12: "Und der Engel des Herrn sprach zu ihr (zu Hagar): Ich will deine Nachkommen so mehren, daß sie der Großen Menge wegen nicht Gezählt werden können. Weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn gebären, dessen Name sollst du Ismael nennen; denn der Herr hat dein Elend erhört.
Er wird ein wilder Mensch sein: seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und er wird wohnen all seinen Brüdern zum Trotz. "
Vergleichen wir diese Aussage mit der geschichtlichen Wirklichkeit:
- Die Araber sind tatsächlich ein großes Volk geworden.
- "Ismael" - eine stolze, kriegerische Rasse, legt sich mit seinen "Brüdern" an.
Wer sind diese Brüder?
1.Mose 21,12 b: "...denn nur nach Isaak soll dein Geschlecht benannt werden."
Isaak ist der Vater von Jakob, der später "Israel" genannt wird. Es herrscht Bruderkrieg zwischen den Nachkommen von Ismael und Isaak, zwischen den Arabern und den Juden. Seine Brüder sind die Israeliten.
Wo wohnen denn die Araber den Israeliten "zum Trotz"?
Der heiligste Quadratkilometer der Welt befindet sich in Jerusalem auf dem Tempelberg. Auf dem "Berg Zion" steht die EI-Aksa Moschee. Die Juden haben zwar noch die Klagemauer, aber ihr heiliger Platz ist von Arabern besetzt.
Haben die Araber noch andere weltbestimmenden Vorteile?
"Ismael" besitzt die größten Erdölvorräte der Welt. Ohne sie scheint auch wirtschaftlich kaum was zu gehen. Die gesamte westlich-abendländische Industrie ist vom Erdöl abhängig. Somit sind die Araber nicht nur religiös an einem bedeutenden Platz, sondern auch wirtschaftlich stark.
Besteht der Südkönig ausschließlich aus Arabern?
Nicht unbedingt. Die islamische Religion ist der wirksamste und nachhaltigste Gegenpol zum Nordkönig. Für die westliche Kultur erscheint der Islam fremd und bedrohlich. Man denke nur an den schiitisch geprägten Iran. Die Perser sind keine Araber.
Zusammenfassung:
Wenn die Araber zum Südkönig zählen, haben sie religiös und wirtschaftlich bedeutende Trümpfe in der Hand, um den Nordkönig auch politisch herausfordern zu können.
Von dieser Sicht aus gesehen, scheint der Nordkönig das westliche Abendland zu sein. Es entspricht der griechisch-römischen Kultur. Die geistige Wiege dieser Kultur beginnt mit Griechenland. In Daniel11 , Vers 2-4 taucht Griechenland in Anspielung auf Alexander den Großen und die vier Diadochen auf. Und hier tritt zum erstenmal der König des Südens gegen sie auf. Er erscheint nun immer wieder als Widerpart zu den abendländischen Reichen. Die führende Macht des Abendlandes ist bis heute die USA. Sie ist Israels Verbündeter. Außerdem fällt auf, daß die führenden Industrienationen vorwiegend die nördliche Halbkugel bewohnen, während die südliche Hemisphäre mehr von der Dritten Welt unter der Vorherrschaft des Islam bestimmt wird. Heute spricht man weniger von einem Ost-West-Problem, sondern mehr von einem Nord-Süd-Konflikt. Ob das mit dem biblischen Nord-und Südkönig zusammenhängt?
Bis jetzt haben wir mehr die gesellschaftspolitischen Entwicklungen aufgezeigt. Doch das scheint nicht das Hauptthema biblischer Prophetie zu sein.
Worum geht es eigentlich? Worum geht es im Buch Daniel?
Dan.12,1: "Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen... "
Es geht um das Volk Daniels.
Welchem Volk gehörte Daniel an?
Dan.1,6: "...unter ihnen waren aus Juda Daniel, Hananja... "
In welches Land wird der Nordkönig einfallen?
Dan.11,41: "Und er wird in das herrliche Land einfallen..."
Mit dem "herrlichen Land" kann das heutige Palästina gemeint sein.
Warum sollte die USA gerade in das verbündete Israel einfallen?
Israel besitzt die Atombombe. Wenn es von den Palästinensern und den umgebenden arabischen Staaten gereizt wird, kann es gefährlich für die politische Weltlage werden. Dazu kommt noch das Pulverfaß Jerusalem mit dem Tempelberg. Dort treffen sich drei Weltreligionen, die ihre Ansprüche anmelden: Juden, Moslems und Christen. Es ist denkbar. daß die USA dem exolodierenden Pulverfaß mit der Besetzung dieser krisenträchtigen Zone zuvorkommen möchte.
Wo wäre heute das Gebiet der Edomiter, Moabiter und Ammoniter zu finden?
Nach der Landkarte ist es Jordanien mit der Hauptstadt Amman. (siehe "Ammon")
Von wo kommen diese Völker her? Von wem stammen sie ab?
Edom: 1.Mose 25,29-30: "Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Feld und war müde und sprach zu Jakob: Laß mich essen das rote Gericht; denn ich bin müde. Daher heißt er Edom. "
Moab und Ammon: 1.Mose 19,36-38: "die beiden Töchter Lots... die ältere gebar einen Sohn, den nannte sie Moab... die jüngere gebar auch einen Sohn, den nannte sie Ben-Ammi. Von dem kommen her die Ammoniter... "
Abraham war mit allen drei Völkern verwandt.
Warum kommen sie in diesem Konflikt so gut weg?
Vielleicht deshalb, weil sie...
- mit Abraham verwandt waren, wegen der verheißenen Segenslinie.
- weil sie Feinde Israels sind. Vielleicht wurde gerade deshalb ihre Identität bis zum Weltende bewahrt.
Der Nordkönig soll über alle Kostbarkeiten Ägyptens Herr werden. Wenn das so ist:
Welche Schätze besitzt Ägypten?
- Die Größten archäologischen Schätze der Welt (Abu Simbel. Luxor, die Pyramiden von Gise)
- Den Suezkanal. Er ist einer der wichtigsten Kanäle des Welthandels.
Wer sind die Kuschiter?
Es sind die Einwohner Äthiooiens.
Der Kämmerer aus dem Mohrenland wurde von Philippus getauft. Er siedelte die christliche Religion in seiner Heimat an. All diese Völker, Edomiter, Moabiter, Ammoniter, Ägypter und Kuschiter spielen in der Geschichte des Volkes Gottes eine Rolle. Vielleicht wurden sie deshalb in diesem prophetischen Abschnitt erwähnt.
Zusammenfassung:
Der Nordkönig wird die letzte Supermacht kurz vor der Wiederkunft Christi sein. Bevor es so weit ist, besiegt er in gewaltigen Feldzügen seinen Rivalen, den Südkönig. Er fällt in seine Länder mit viel Kriegsmaterial ein und wird Herr über seine Schätze. Dadurch wird er politisch und wirtschaftlich weltbestimmend. Die besiegten länder werden "ihm auf dem Fuße folgen müssen" (V 43) - so heißt es in einer genauen Übersetzung des hebräischen Textes.
Wird er eine neue Weltordnung aufrichten? Geht es ihm um Weltherrschaft? Wenn ja, dann hätte er bis Vers 43 sein Ziel erreicht.
In den Versen 44 und 45 treten jedoch Schwierigkeiten auf. Gerüchte aus Osten und Norden versetzen den Nordkönig in großen Grimm. Er startet zu einer letzten Machtoperation. In diesen Versen werden uns die letzten Höhepunkte der Weltgeschichte gezeigt.
Was bedeuten die Gerüchte aus "Osten'" und "Norden"?
Wer sie lokal politisch deutet und Jerusalem als geographischen Ausgangspunkt wählt, wird ostwärts nach China kommen und nordwärts auf Moskau stoßen.
Angenommen, es wäre so, dann würden politische Auseinandersetzungen das letzte Weltgeschehen bestimmen. Aber das wirft eine wichtige Frage auf:
Welche Rolle spielt die Endzeitgemeinde in diesem Geschehen?
Keine, wenn man alles nur lokalpolitisch deutet. In dieser Auslegung kommen zwar die Chinesen (als berühmte gelbe Gefahr aus dem Osten), als auch die russische Macht aus dem Norden zum Zuge. Und die USA mischen sicher auch noch mit, während die Gemeinde Gottes wahrscheinlich bis zum Erscheinen Christi im Untergrund bleibt. Wenn diese Auslegung stimmt, verschieben sich die prophetischen Schwerpunkte in Richtung Gesellschaftspolitik, Volkswirtschaft und Kriegsgeschehen. Die Gläubigen sind in dieser Auslegung nebensächlich.
Wo steht im Buch Daniel, daß die Gemeinde eine Endzeitrolle spielt?
Dazu müssen wir den vorigen Text in Dan.12,1 noch einmal lesen:
"Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein..."
Wenn Michael für sein Volk eintreten wird, muß es in Bedrängnis gekommen sein. Und er wird sich aufmachen, weil zu dieser Zeit eine große Trübsal vorherrscht.
Werden nur Juden zu dieser Zeit errettet?
Dan.12,1 b-2: "...aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch Geschrieben stehen. Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen "
Gibt es tür Juden einen "Sonderadvent" mit einer "Privatauferstehung"?
Wohl kaum. Es ist anzunehmen, daß mit diesem Text alle noch lebenden Gläubigen kurz vor dem "jüngsten Tag" gemeint sind. Paulus spricht hier von dem "ganzen Israel" und dem "geistlichen Israel" (Römer 11, 25-26 + Kap.2, 28-29)
In Offenbarung 7, 11-9 sind mit den Versiegelten nicht allein nur Juden gemeint, sondern auch alle Menschen, die sich auf den Advent Christi vorbereiten lassen.
An welchem Begriff in Dan. 11,45 kann man erkennen, daß es um die Gläubigen geht?
V 45: "Und er wird seine prächtigen Zelte aufschlagen zwischen dem Meer und dem herrlichen, heiligen Berg... "
Was ist mit dem "herrlichen, heiligen Berg" gemeint?
Psalm 48,2-3: "Groß ist der Herr und hoch zu rühmen in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligem Berge. Schön ragt empor der Berg Zion, daran sich freut die ganze Welt... "
Der Berg Zion ist der Tempelberg, wo das israelitische Heiligtum stand. Dieser Berg symbolisiert die rechte Anbetung.
Sind das nicht alte. überholte Begriffe? Was hat das mit dem Neuen Testament zu tun?
Hebr.12,22-23: "Sondern ihr seid gekommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und den vielen tausend Engeln und zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind... ".
Der Berg Zion ist hier geistig auf die Gemeinde übertragen. Mit dem "herrlichen, heiligen Berg" ist weltweit der "Berg der Versammlung der Gemeinde" gemeint.
Spielt das geographische Jerusalem mit dem buchstäblichen Tempelberg keine Rolle mehr?
Matth.23,37-24,2: "Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüst gelassen werden, denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn. Und Jesus ging hinweg von dem Tempel, und seine Jünger traten zu ihm, daß sie ihm zeigten des Tempels Gebäude. Er aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde. "
Matth.27,51: "Und siehe da, der Vorhang im Temoel zerriß in zwei Stücke von obenan bis untenaus."
Nach diesen Texten spielt der geographische Ort Jerusalem bis zur Wiederkunft keine heilsgeschichtliche Rolle mehr. Die Jünger glaubten an ein irdisches Reich Gottes mit Jerusalem als Zentrale. Christus zerbricht ihre falsche Adventerwartung. Es ist gefährlich, auf Steine irgendeines Heiligtums auf dieser Erde zu bauen. Die Juden haben bis zur völligen Vernichtung Jerusalems an den sichtbaren Tempel geglaubt. Die Stadt wurde von den Römern 70 n.Chr. erobert, zerstört und so umgepflügt, daß sie nur noch ein einziger Acker war. Auch heute besteht die Gefahr, nach Jerusalem zu schauen und von dort das Heil zu erwarten. Sicher wird diese Stadt aufgrund prophetischer Vorhersagen weiterhin die umliegenden Völker in Atem halten aber es ist nicht mehr der Heilsort der Gemeinde Gottes. Sie ist das "geistige Jerusalem", der "geistige Berg Zion" und ist überall auf der Welt zerstreut. Wer trotzdem ein Heiligtum auf dieser Erde aufbaut, flickt im übertragenen Sinn den zerrissenen Vorhang wieder zusammen und baut einen Götzentempel auf.
Was hat der "herrliche, heilige Berg" mit den "Gerüchten aus Osten und Norden zu tun?
Wir lesen in Psalm 48 ab Vers 3 weiter: "Schön ragt empor der Berg Zion, daran sich freut die ganze Welt, der Gottesberg im fernsten Norden. die Stadt des großen Königs. Gott ist in ihren Palästen, er ist bekannt als Schutz. Denn siehe, Könige waren versammelt und miteinander herangezogen. Sie haben sich verwundert, als sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt. Zittern hat sie da erfaßt, Angst wie eine Gebärende. Du zerbrichst die großen Schiffe durch den Sturm vom Osten. "
Zunächst wird der Sera Zion mit der Himmelsrichtung "Norden" verknüpft. Dann wird er bedrängt durch Könige, die herangezogen sind. Gott, der in Vers 4 als "Schutz" dieser Stadt bekannt ist, zerbricht die Kriegsmacht der Angreifer durch den Sturm von "Osten".
Welche tiefere Bedeutung kann das "Gerücht aus dem Osten" bekommen?
Matt.24,27: "Denn wie der Blitz ausgeht vom Aufgang und leuchtet bis zum Niedergang, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes. "
Vom Aufgang der Sonne kommt Christus. Er taucht in unsere Dimension ein und erreicht unsere Welt von Osten her. Das ist die Richtung, aus der die Zeit kommt. Die Erde dreht sich von Westen nach Osten. Advent heißt Ankunft Christi. Die Adventbotschaft ist das Gerücht von Osten.
Welcher Text spricht vom "Norden" und "Osten" in Verbindung mit dem Advent?
Jes.41,25: "Von Norden habe ich einen kommen lassen, und er ist gekommen vom Aufgang der Sonne her den, der meinen Namen anruft. "
Die Gerüchte können somit von zwei Stellen ausgehen: Einmal von dem, der vom Osten her die Stadt befreit. Und zum andern von dem Ort (im Norden), wo sich die Gemeinde Gottes befindet: Sie sorgt für Gerüchte.
Welche Gerüchte können das sein?
Wir wollen versuchen, einen weiteren prophetischen Text zu lesen, um zu einer Endzeit-Synopse, einer Zusammenschau endzeitlicher Aussagen zu kommen. Es müssen Texte sein, die die Ereignisse unmittelbar vor der Wiederkunft Christi darstellen. Solch einen Text finden wir in Offenbarung, Kapitel 13, 11-18. Lesen Sie diese Verse und versuchen, nur die großen Linien dieser prophetischen Aussagen festzuhalten.
Offb.13,15: "Und es ward ihm gegeben, daß es dem Bilde des Tieres Geist gab, damit des Tieres Bild redete und machte, daß alle, welche nicht des Tieres Bild anbeteten, getötet würden. Und es macht, daß sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Knechte, sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, daß niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen..."
Wir stellen fest, ohne jetzt zu sagen, wer dieses Tier ist oder was dieses Malzeichen bedeutet, daß hier unter dem Tiersymbol eine letzte Supermacht sowohl wirtschaftlich (kaufen und verkaufen), als auch religiös (Anbetung) die gesamte Weltbevölkerung zu einer Anpassung veranlassen wird.
Womit verschafft sich diese Macht Ansehen und Weltgeltung?
Offb.13,13: "Und es tut Große Zeichen daß es auch macht Feuer vom Himmel fallen vor den Menschen; und verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die ihm gegeben sind... "
Diese letzte Supermacht arbeitet mit trügerischen Zeichen. Zur Zeit der Apostel fiel auch der Heilige Geist in Form von Feuerzungen auf die Gläubigen (Apg.2,1 ff). Könnte es sein, daß es sich hier um eine Imitation des Heiligen Geistes handelt? In einer "Feuerevangelisation" vollzieht sich eine "Feuershow". die weltweit eine falsche Erweckung nach sich zieht.
Was stört diese Wundertätigkeit?
Offb.14,9: "Und ein dritter Engel folgte ihnen nach und sprach mit großer Stimme: So jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt das Malzeichen an seine Stirn oder an seine Hand, der soll von dem Wein des Zornes Gottes trinken... "
Zusammenfassung:
Die Gerüchte von Norden sind mit dem Berg Zion verbunden. Er ist der Ort der wahren Anbetung. Die Botschaft des dritten Engels warnt vor einer falschen Anbetung. Diese Nachricht ist das Gerücht, das vom Berg der Versammlung im fernsten Norden kommt.
Die Gerüchte aus dem Osten zerstören eine falsche Heilserwartung: Nicht hier auf der Erde wird das Reich Gottes durch eine Supermacht mit einer Weltreligion aufgerichtet, sondern das Reich Gottes kommt. Advent heißt Ankunft. Adventhoffnung heißt: die Zukunft wird weder vom Menschen, noch aus der Welt, sondern von außen erwartet. Der Advent erfolgt "überirdisch". Der kommende Christus setzt der Geschichte ein Ende.
Wer aber einen irdischen Advent mit einer irdischen Gottesherrschaft erwartet, wird sich an der "überirdischen Adventbotschaft" ärgern.
Darum ist es nicht verwunderlich, daß in Dan.11,44 der Nordkönig über diese Gerüchte "ergrimmt" und eine Sichtung zwischen dem Berg Zion (der Gemeinde Gottes) und dem Meer (die übrige Welt) herbeiführt (siehe Offb.17, 15). Diese Sichtung stimmt mit den Ereignissen in Offb. 13 überein, wo jeder sich durch ein Malzeichen identifizieren muß. Nur die Gemeinde Gottes, eine Minderheit, verweigert diese Anpassung. Sie hat Selbstachtung und Würde. Doch nicht alle bleiben standhaft. Viele Scheinchristen werden sich an den Vorteil prostituieren. Sie machen gemeinsame Sache mit den Herren dieser Welt. Somit wird die Religion zur Hure des Staates. Beide werden sich gegen diejenigen verbünden, die diesen populären Weg nicht gehen wollen. Aber die wahren Gläubigen verkaufen sich nicht. Und bevor Christus seine Getreuen durch sein Kommen befreit, wird er sie in dieser letzten großen Kraftprobe auf wunderbare Weise bewahren. Wie macht er das?
Lesen Sie in Offenbarung 7,1-3 nach und versuchen, untenstehnde Frage zu beantworten.
Wodurch wird Gott seine Endzeitgemeinde schützen?
Gekürztes Sendemanuskript von Werner Renz, Stimme der Hoffnung



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