Eine Kirche, die staatliche Unterstützung sucht, ist aus der Gnade gefallen.
Wenn der Mensch diesen Anklagegeist nährt, wird er sich nicht damit begnügen, auf den vermeintlichen Fehler seines Nächsten aufmerksam zu machen. Er wird zunächst mildere Maßnahmen ergreifen, den ändern auf den nach seiner Meinung richtigen Weg bringen, und, wenn die nichts frürchten, auch den Zwang nicht scheuen. Soweit es in seiner Macht liegt, wird er dem ändern seine Rechtsbegriffe aufzwingen. So haben's die Juden in den Tagen Christi gemacht und nach ihnen die Kirche, sobald sie von der Gnade Christi nichts mehr wußte. Aller Macht der Liebe bar, hat sie sich des mächtigen Arms des Staates bedient, ihre Lehren und Erlasse durchzusetzen. Und das ist das Geheimnis aller je erlassenenReligionsgesetze, das Geheimnis aller Verfolgung von Abel bis auf unsere Zeit.
Christus treibt nicht, sondern zieht die Menschen zu sich. Den einzigen Druck übt er durch seine Liebe aus. Wenn die Kirche anfängt, nach weltlicher Macht Ausschau zu halten, erbringt sie damit den Beweis, daß ihr die Kraft Christi fehlt, daß sie an göttlicher Liebe Mangel hat. (Ged. vom Berg der Seligpreisungen, S. 9; siehe auch DA, 509; LJ, 503; DA, 130; LJ, 113.)
Probleme in der Beziehung von Kirche und Staat können als Hilfsmittel zur Evangelisation benutzt werden.
In unserm Lande gibt es viel zu tun. Wir müssen in viele Städte gehen und warnen. Evangelisten sollten sich in alle Orte begeben, wo sich die Gemüter über die Frage der Sonntagsgesetzgebung und des Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen erregen. Die Nachlässigkeit von Siebenten-Tags-Adventisten, diese durch die Vorsehung dargebotenen Gelegenheiten zu nutzen, hindert den Fortschritt der Sache. (Testimonies 9, 51.)
Wenn Menschen ihre Treue zu Gott wegwerfen und an seiner Statt menschliche Kraft erhöhen, wird Satan durch politische Gesetzgebungen zum Haupt der Welt gemacht.
Der Feind hat in der religiösen Welt gewirkt, Menschen zum Glauben zu verführen, das Gesetz Gottes könne beiseitegesetzt werden. Er hat in diesem Werk jahrelange Erfahrung, denn er begann mit unseren ersten Eltern und benutzte seine Kräfte, sie zum Mißtrauen gegen Gott zu bewegen. Könnte er sich zwischen ihre Seele und Gott stellen, wäre er erfolgreich; das weiß er. Die Aussicht, Götter zu werden, die wissen, was gut und böse ist, gefiel Adam und Eva, und sie gaben der Versuchung nach. Indem Menschen das Wissen um Gut und Böse empfangen, meinen sie, viel zu gewinnen, aber sie kennen die Absichten Satans nicht. Sie verstehen nicht, daß sie in sein Netz gehen, wenn sie sich an Gottes Gesetz vergreifen. Der Feind weiß: Wenn die Kirche durch politische Gesetzgebungen beherrscht werden kann, wenn sie dazu gebracht werden kann, sich mit der Welt zu vereinigen, anerkennt sie ihn im Grunde genommen als ihr Haupt. Dann wird die Autorität menschlicher Gebote dahingehend wirken, daß sie sich der Herrschaft der himmlischen Regierung widersetzt. Unter Satans Führung werden die Menschen die Gerechtigkeit außer acht lassen, die heiligen Gesetze Gottes über den Sabbat, dessen Beobachtung ein ewiges Zeichen zwischen Gott und seinem Volke sein soll.
Die religiöse Welt ist entzückt von Satans Plan. Er hat eine Ordnung geschaffen, die ganz von ihm stammt, indem er Gottes Gesetz für null und nichtig erklärt. Durch sein verführerisches Wirken hat er in der bekenntlich-christlichen Welt das erlangt, was er im Himmel erlangen wollte - die Beseitigung des Gesetzes Jahwes. Durch die Römische Macht wirkt er, so daß Gottes Gedächtnismal abgeschafft und sein eigenes Gedächtnismal aufgerichtet wurde, um Gott von seinem Volke zu trennen. Heute ist die protestantische Welt von Gott entfremdet, weil sie einen falschen Sabbat angenommen hat. Nicht ein Tüpfelchen heiliger Autorität können wir hierfür finden, doch behaupten sie voller Eifer, des Herrn Gedächtnismal, bei der Schöpfung eingesetzt, sollte unbeachtet gelassen, verachtet und niedergetreten werden, und der erste Tag der Woche müsse seinen Platz einnehmen.
Keine tiefere Wunde könnte man Gott zufügen als seinen heiligen Tag nicht zu beachten und an seine Stelle einen falschen Sabbat zu setzen, der kein Kennzeichen der Heiligkeit trägt.
Gott gab der Welt den Sabbat, damit er zu seines Namens Ehre abgesondert werde. Er sagt: »... er ist ein Zeichen zwischen mir und euch von Geschlecht zu Geschlecht, damit ihr erkennt, daß ich der Herr bin, der euch heiligt.« (2. Mose 31, 13.) »Darum sollen die Israeliten den Sabbat halten, daß sie ihn auch bei ihren Nachkommen halten als ewigen Bund.« (2. Mose 31, 16.)
Und wer gehört zu Israel? Der Heilige Geist verkündigt durch Paulus: »Gehört ihr aber Christus, so seid ihr ja Abrahams Kinder.« (Gal. 3, 29). Allen, die durch Christus Teil des wahren Israel werden, ist das Halten des Sabbats befohlen.
Diejenigen, die ein deutliches: »So spricht der Herr« mißachten, verwerfen ihre Treue zu Gott und erheben menschlische Kraft an Gottes Statt. Indem sie sich so in Widerspruch zum Gott des Himmels setzen, versäumen die Menschen, das Mal oder Zeichen zu empfangen, woran die Welt Gottes wahre Nachfolger erkennen soll.
Es gibt keine Rechtfertigung für diejenigen, die obwohl sie das Licht haben, Augen und Ohren vor einem deutlichen: »So spricht der Herr« verschließen. Sie haben die Waffen ihres Kampfes gegen Gott erhoben, und ihre Schuld ist offenbar geworden. (ST, 22. Nov. 1899.)
Kirche und Staat in den USA
Bei den in den Vereinigten Staaten fortschreitenden Bestrebungen, für die Einrichtungen und Gebräuche der Kirche die Unterstützung des Staates sicherzustellen, folgen die Protestanten den Fußtapfen der Katholiken. Ja, noch mehr: Sie öffnen dem Papsttum die Tore, damit es im protestantischen Amerika die Oberherrschaft gewinne, die es in der Alten Welt verloren hat. Was dieser Bewegung größere Bedeutung gibt, ist die Tatsache, daß der beabsichtigte Hauptzweck die Durchsetzung der Sonntagsfeier ist - einer Gewohnheit, die in Rom ihren Ursprung hat, und die, wie es geltend macht, ein Zeichen seiner Macht ist. Es ist der Geist des Papsttums - der Geist der Übereinstimmung mit weltlichen Sitten, die Verehrung menschlischer Überlieferungen statt der Gebote Gottes-, der die protestantischen Kirchen durchdringt und sie dahin führt, den Sonntag zu erheben, wie es das Papstum vor ihnen getan hat. (GK, 573-574; GC, 573. )
Die Annahme falscher Grundsätze bezüglich Kirche und Staat ist die Ursache der letzten großen Verfolgung.
Laßt in den Vereinigten Staaten erst den Grundsatz eingeführt sein, daß die Kirche die Macht des Staates beherrschen oder für sich einsetzen darf, daß religiöse Verordnungen durch weltliche Gesetze erzwungen werden können - kurz, daß die Autorität von Kirche und Staat über das Gewissen zu gebieten hat: der Triumph Roms in diesem Lande wird gesichert sein. (GK, 582.)
Eine der Hauptursachen der französischen Revolution bestand darin, daß die Kirche Kirchensteuern erhob.
In vielen Provinzen besaßen die Adligen das Land, und die arbeitenden Klassen waren nur Pächter, die von der Gnade der Gutsbesitzer abhingen und sich gezwungen sahen, deren übermäßigen Forderungen nachzukommen. Die Last, die Kirche und den Staat zu unterhalten, ruhte auf den mittleren und niederen Klassen, die von den zivilen Behörden und der Geistlichkeit schwer besteuert wurden. »Die Willkür des Adels galt als das höchste Gesetz; die Bauern und Landbewohner konnten verhungern, ohne daß die Unterdrücker sich darum gekümmert hätten . . . Die Leute sahen sich bei jeder Gelegenheit gezwungen, einzig und allein den Vorteil des Gutsbesitzers zu berücksichtigen . . .«
Doch die Ergebnisse dieser Bemühungen unterschieden sich erheblich von dem, was Rom angestrebt hatte. Statt daß sich die Massen blind ergeben seinen Lehrsätzen unterstellten, führte Roms Werk dazu, daß sie zu Ungläubigen und Revolutionären wurden. Die Politik, die Lehren und Gebräuche des Römischen Katholizismus verachteten sie als Pfaffentrug und betrachteten die Geistlichkeit als eine Schicht, die sie unterdrückte. Der Gott Roms war der einzige Gott, den sie kannten, Roms Lehre ihre einzige Religion. (GK, 280. 282; GC, 279. 281.)
Wir sollten uns nie mit der Welt vereinen, um Geld zu erlangen.
Gott hat uns deutliche Anweisungen hinsichtlich unseres Werkes gegeben. Wir sollen die Wahrheit über den Sabbat des Herrn verkündigen und die Lücken schließen, die in sein Gesetz gerissen sind. Wir sollen alles Menschenmögliche tun, um die, die sich in Unwissenheit befinden, zu erleuchten; niemals aber sollen wir mit Weltmenschen Bündnisse schließen, um finanzielle Unterstützung zu erlangen. (RH, 20. April 1911.)
Die Vereinigung von Küche und Staat gibt Satan die Macht: (“Wenn wir erst einmal die Macht haben”)
Satan berät sich mit seinen bösen Engeln:
Aber unser Hauptanliegen ist, diese Sekte der Sabbathalter zum Schweigen zu bringen. Wir müssen Unwillen im Volk gegen sie erregen. Wir werden große, weltweite Männer auf unsere Seite bringen und Autoritäten dazu bewegen, unsere Absichten auszuführen. Dann soll der Sabbat, den ich aufgerichtet habe, durch äußerst harte und strenge Gesetze erzwungen werden. Die sie mißachten, sollen aus den Städten und Dörfern weggejagt und Hunger und Entbehrung ausgesetzt werden. Haben wir einmal die Macht, werden wir zeigen, wie wir mit jenen verfahren können, die von ihrer Treue zu Gott nicht weichen wollen. Wir brachten die Römische Kirche dazu, diejenigen einzusperren, zu foltern und zu töten, die ihren Erlassen nicht gehorchen wollten, und jetzt, da wir die protestantischen Kirchen und die Welt in Einklang mit diesem rechten Arm unserer Stärke bringen, werden wir schließlich ein Gesetz herausgeben, das besagt: Alle, die sich unserer Autorität nicht unterwerfen wollen, müssen sterben. Wenn erst einmal auf die Übertretung unseres Sabbats die Todesstrafe steht, dann werden viele, die jetzt zu den Gebotehaltern zählen, auf unsere Seite kommen. (SP 4, 338.)
Eine Vereinigung von Kirche und Staat ist verhängnisvoll
Die von den ersten Kolonisten angenommene Verordnung, das Stimmrecht und die Besetzung von Staatsämtern nur Gemeindegliedern zu gestatten, wirkte sich äußerst schädlich aus. Diese Maßnahme war getroffen worden, um die Reinheit des Staates zu bewahren; aber sie wurde der Kirche zum Verderben. Das Stimmrecht zu erhalten und zu öffentlichen Ämtern zugelassen zu werden, setzte ein Religionsbekenntnis voraus, so daß sich viele einzig und allein aus weltlicher Klugheit der Kirche anschlössen, ohne eine Änderung ihres Herzens erfahren zu haben. So kam es, daß zur Kirche zum großen Teil nur unbekehrte Menschen zählten, und daß sich selbst unter den Predigern solche befanden, die nicht nur irrige Lehren aufstellten, sondern auch nichts von der erneuernden Kraft des Heiligen Geistes wußten. Auf diese Weise zeigte es sich abermals, wie schon oft in der Kirchengeschichte seit den Tagen Konstantins bis in unsere Zeit, daß es verderblich ist, die Kirche mit Hilfe des Staates aufbauen zu wollen und die weltliche Macht aufzufordern, das Evangelium Jesu Christi zu unterstützen, der erklärt hat: »Mein Reich ist nicht von dieser Welt.« (Joh. 18:36.)
Die Verbindung zwischen Kirche und Staat, wäre sie noch so gering, führt, während sie die Welt der Kirche näherzubringen scheint, in Wirklichkeit die Kirche näher zur Welt. (GK, 301; GC, 279.)
Kirche und Staat werden ihre Macht vereinen, damit die Menschen das Malzeichen des Tieres empfangen
Die Anbeter Gottes werden sich besonders durch ihre Achtung des vierten Gebots auszeichnen, zumal dies das Zeichen seiner Schöpferkraft ist und Zeugnis seines Anspruchs an des Menschen Ehrerbietung und Anbetung. Die Bösen werden sich durch ihre Anstrengungen auszeichnen, das Gedächtnismal des Schöpfers niederzureißen und die Einrichtung Roms zu erheben. Im Streitpunkt der Auseinandersetzung wird die gesamte Christenheit in zwei große Klassen eingeteilt - diejenigen, die die Gebote Gottes und den Glauben Jesu haben, und diejenigen, die das Tier und sein Bild anbeten und sein Malzeichen empfangen.
Obwohl Kirche und Staat ihre Macht vereinen werden, um alle zu zwingen, »die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven« (Offb. 13:16), das Malzeichen des Tieres zu empfangen, wird das Volk Gottes es doch nicht bekommen. Der Prophet von Patmos sieht »die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen am gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen« (Offb. 15:2) und sangen das Lied Moses und des Lammes. (SM II, 55; vgl. Testimonies 9, 16. 17. und Sch III, 243. 244.)
Christen und Politik
Immer wieder ist Christus gebeten worden, juristische und politische Fragen zu entscheiden. Aber er lehnte es ab, sich in weltliche Angelegenheiten einzumischen. Er wußte, daß es in der politischen Welt boshafte Handlungsweisen und große Tyrannei gab. Aber seine einzige Bloßstellung dieser Dinge bestand in seiner Verkündigung von Bibelwahrheit. Den großen Massen, die sich hinter seinen Fußtapfen drängten, verkündigte er die reinen, heiligen Grundsätze des Gesetzes Gottes und sprach von den Segnungen, die man im Gehorsam diesen Grundsätzen gegenüber findet. Mit Autorität von oben machte er die Bedeutung von Gerechtigkeit und Gnade nachdrücklich geltend. Jedoch lehnte er es ab, sich in persönliche Streitigkeiten zu verwickeln. (Testimonies 9, 218.)
Der Herr möchte, daß sein Volk politische Fragen begräbt. In diesen Themen ist Schweigen Beredsamkeit. Christus ruft seine Nachfolger auf, in den reinen Evangeliumsgrundsätzen, die im Worte Gottes deutlich offenbart sind, zur Einheit zu gelangen. Wir können nicht mit Sicherheit politische Parteien wählen, denn wir kennen den nicht, den wir wählen. Wir können nicht mit Sicherheit an irgendwelchen politischen Plänen teilnehmen. Wir können nicht wirken, um Menschen zu gefallen, die ihren Einfluß benutzen werden, um die Religionsfreiheit zu unterdrücken und Unterdrückungsmaßnahmen einzuleiten, die ihre Mitmenschen anleiten oder zwingen, den Sonntag als den Sabbat zu halten.
Der erste Wochentag soll nicht verehrt werden. Es ist ein falscher Sabbat, und die Glieder der Familie des Herrn können keine gemeinsame Sache mit Menschen machen, die diesen Tag verehren und das Gesetz Gottes übertreten, indem sie seinen Sabbat mit Füßen treten.
Das Volk Gottes soll nicht wählen, um solche Menschen in ihr Amt zu setzen: wenn sie dies tun, sind sie der Sünden teilhaftig, die jene in Ausübung ihres Amtes begehen.
Was sollen wir denn tun? - Laßt politische Fragen unbeachtet. »Zieht nicht gemeinsam mit den Ungläubigen am fremden Joch. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Und wie stimmt Christus überein mit Belial? Oder was verbindet den Gläubigen mit dem Ungläubigen?« (2. Kor. 6:14-15.) Welche Gemeinsamkeit kann zwischen diesen Gruppen bestehen? Es kann keine Freundschaft, keine Gemeinschaft geben. Das Wort »Freundschaft« beinhaltet Teilnahme und Partnerschaft.
Gott benutzt die stärksten Symbole, um zu zeigen, daß keine Einheit herrschen sollte zwischen weltlichen Gruppen und denen, die nach Christi Gerechtigkeit trachten. Was für eine Gemeinschaft kann schon zwischen Licht und Finsternis, Wahrheit und Ungerechtigkeit bestehen? Überhaupt keine.
Licht stellt die Gerechtigkeit dar, Finsternis den Irrtum, Sünde und Ungerechtigkeit. Christen sind aus der Finsternis ins Licht gekommen. Sie haben Christus angezogen und tragen das Zeichen der Wahrheit und des Gehorsams; sie werden von den erhabenen und heiligen Grundsätzen regiert, die Christus auslebte. Die Welt aber wird durch Grundsätze der Unehrlichkeit und Ungerechtigkeit regiert.
Die Lehrer in der Gemeinde oder Schule, die sich durch ihren politischen Eifer auszeichnen, sollten unverzüglich ihrer Arbeit und Verantwortung enthoben werden, denn der Herr will nicht mit ihnen zusammenwirken. Der Zehnte sollte nicht verwendet werden, um jemanden zu bezahlen, der über politische Fragen Reden hält. Jeder Lehrer, Prediger oder Leiter in unseren Reihen, der vom Verlangen ergriffen ist, seine Meinungen in politischen Fragen zu äußern, sollte durch den Glauben an die Wahrheit bekehrt werden oder sein Werk aufgeben. Er muß seinen Einfluß als Mitarbeiter Gottes in der Seelengewinnung ausüben, oder seine Zulassung sollte ihm entzogen werden. Ändert er sich nicht, wird er Schaden anrichten und nichts als Schaden.
Im Namen des Herrn sage ich den Lehrern in unseren Schulen: Kümmert euch um das euch zugewiesene Werk! Gott hat euch nicht zu politischem Einsatz aufgerufen. (Fundamentals of Christian Education 475-476)
Christ, Staat und Kriegsgrundsätze, festgelegt während des Bürgerkrieges in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts
Mir wurde gezeigt, daß Gottes Volk - Sein besonderer Schatz - sich an diesem verworrenen Krieg nicht beteiligen kann, denn er steht jedem ihrer Glaubensgrundsätze entgegen. In der Armee können sie nicht der Wahrheit gehorchen und gleichzeitig den Forderungen ihrer Offiziere. Ihr Gewissen würde ständig verletzt. Weltmenschen werden von weltlichen Grundsätzen regiert. Sie können keine anderen wertschätzen. Weltliche Regierungsart und öffentliche Meinung enthalten die Handlungsgrundsätze, die sie beherrschen und die sie dazu führen, nach ihrer Art recht zu handeln. Gottes Volk aber kann sich durch solche Beweggründe nicht leiten lassen.
Die Worte Gottes, aufgezeichnet in der Seele, sind Geist und Leben, und sie haben die Kraft, Unterordnung und Gehorsam zu erreichen. Die Zehn Gebote Jehovas sind die Grundlage aller gerechten und guten Gesetze. Wer Gottes Gebote liebt, wird jedem guten Gesetz des Landes gerne gehorchen. Wenn aber die Forderungen der Regenten mit den Gesetzen Gottes im Widerstreit stehen, ist die einzig zu entscheidende Frage: Sollen wir Gott oder Menschen gehorchen? (T l, 361-362.)
Verkündige die Wahrheit unter allen Umständen, und greife nicht zu Kriegswaffen
Gottes Plan ist zuerst, das Herz zu ergreifen. Sprich die Wahrheit und überlaß es IHM, den starken Grundsatz der Erneuerung voran zu bringen. Beziehe dich auf nichts, was die Gegner sagen, sondern bringe allein die Wahrheit vor. Die Wahrheit kann bis ins Innerste dringen. Lege das Wort Gottes in all seiner Eindrücklichkeit dar.
Da ja die Prüfungen um uns herum zunehmen, werden sowohl Trennung als auch Einheit in unseren Reihen sichtbar. Einige, die jetzt bereit sind, die Waffen des Krieges zu ergreifen, werden in Zeiten wirklicher Gefahr ganz deutlich zeigen, daß sie nicht auf den sicheren Felsen gebaut haben: Sie werden der Versuchung nachgeben. Diejenigen, die großes Licht und kostbare Vorrechte gehabt haben, sie aber ungenutzt ließen, werden aufgrund dieses oder jenes Vorwandes von uns gehen. Weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, werden sie den Täuschungen des Feindes erliegen; sie werden auf verführerische Geister und Lehren der Teufel hören und vom Glauben abweichen. Andererseits aber, wenn der Sturm der Verfolgung wirklich über uns hereinbricht, werden die wahren Schafe die Stimme des wahren Hirten hören. Sie werden selbstverleugnende Anstrengungen unternehmen, um die Verlorenen zu retten, und viele, die von der Herde abgeirrt sind, werden zurückkommen, um dem großen Hirten zu folgen. Das Volk Gottes wird fest zusammenrücken und dem Feind eine einige Front bieten. Angesichts der gemeinsamen Gefahr wird der Führungsstreit aufhören; es wird keine Diskussion darüber geben, wer als der Größte gelten soll. Keiner der wahren Gläubigen wird sagen: »Ich bin paulisch, ich bin apollisch, ich bin kephisch.« Das Zeugnis des einen und aller wird lauten: »Ich bin Jesus treu, ich freue mich in IHM als meinem persönlichen Erlöser.«
So wird die Wahrheit ins praktische Leben umgesetzt, und so wird das Gebet Jesu erhört werden, das er unmittelbar vor seiner Erniedrigung und seinem Tode sprach: ». . . auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; daß auch sie in uns seien, damit die Welt glaube, du habest mich gesandt.« (Joh. 17:21.) Die Liebe zu Christus, die Liebe zu unseren Brüdern wird der Welt bezeugen, daß wir Gemeinschaft mit Jesus haben und von IHM lernten und noch lernen. Dann wird die Botschaft des dritten Engels zu einem lauten Ruf anschwellen, und die ganze Erde wird von der Herrlichkeit des Herrn erleuchtet werden. (Testimonies 6, 400-401)
Wim Wiggers
Aus dem Buch: "Gedanken über das Buch Offenbarung" Kapitel 20



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